Kurzarbeiter für 70 Mitarbeiter möglich: Wegen Dosenpfand drohen Entlassungen

Kurzarbeiter für 70 Mitarbeiter möglich
Wegen Dosenpfand drohen Entlassungen

Nach der Einführung des Dosenpfands drohen auch bei Deutschlands drittgrößtem Getränkekonzern Brau und Brunnen Kurzarbeit und Entlassungen.

HB/dpa DORTMUND. "Wir können für die Zukunft Entlassungen nicht ausschließen", sagte Konzernsprecher Udo Dewies am Mittwoch in Dortmund. 70 von 358 Mitarbeitern am Standort Dortmund könnten zudem von Kurzarbeit betroffen sein, diese sei aber noch nicht beantragt. Der Einwegabsatz sei in den ersten Monaten um 25 Prozent eingebrochen.

Für das Gesamtjahr 2003 rechne Brau und Brunnen mit einem Absatzrückgang um 400 000 Hektoliter, sagte Dewies weiter. "Der Grund ist ausschließlich das Zwangspfand. Wir gehen vorerst nicht davon aus, dass Einweg wieder aufleben wird." Die Einführung eines einheitlichen Rücknahmesystems für Einweggebinde im Oktober beurteilte er skeptisch: "Wir können nicht vorhersagen, wo die Reise hingeht." Der Einweganteil im Konzern betrage knapp 20 Prozent. Im vergangenen Jahr habe der Gesamtabsatz bei 7,5 Millionen Hektolitern gelegen. Das Unternehmen beschäftigt konzernweit rund 3000 Menschen.

Erhöhter Mehrwegabsatz habe den Verlust nur teilweise kompensieren können, betonte der Konzernsprecher. Wegen kräftiger Umsatzverluste seien die 152 Mitarbeiter der Tochter Oderland am Standort Frankfurt/Oder seit Wochenbeginn in Kurzarbeit. Dort mache die Dosenabfüllung 90 Prozent des Umsatzes aus. Seit dem Start des Dosenpfands sei der Umsatz um drei Viertel gesunken. Insgesamt brach der deutsche Biermarkt mit Einführung des Dosenpfandes im Januar um fast zehn Prozent ein.

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