Kurzbotschaften im Minutentakt
Wenn SMS krank macht

Das Beispiel ist krass: Ein Psychotherapeut berichtet von einem Ehepaar, das nicht mehr miteinander spricht, sondern nur noch über Kurzmitteilungen (SMS) per Mobiltelefon miteinander kommuniziert.

"Er ist Mitte 30, sie Anfang 30. Im Wohnzimmer sitzen sie Rücken an Rücken und simsen sich zu", erzählt Andreas Herter in einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das ist offenbar die Spitze einer neuen Krankheit: SMS- Sucht. Psychotherapeut Herter schätzt die Anzahl der Menschen, die hier zu Lande wie besessen Kurzbotschaften von Handy zu Handy schicken - neudeutsch: simsen -, auf knapp 400 000.

Damit ist inzwischen auch in Deutschland ein Phänomen zu beobachten, das Wissenschaftler in Skandinavien und Japan bereits länger untersuchen: Vor allem jüngere Menschen werden depressiv und fühlen sich extrem einsam, wenn sie nicht zig SMS pro Tag bekommen. Sie selbst verschicken im Minutentakt Kurzbotschaften mit ihrem Mobiltelefon - sogar in Gesellschaft von Freunden wird gesimst, statt sich zu unterhalten.

Die Folgen liegen auf der Hand: Die Handyrechnung erreicht locker vierstellige Summen. Und die Kommunikationsfähigkeit der Menschen verkümmert - keine Frage. Wissenschaftler haben aber ein kleines Trostpflaster entdeckt: Simsen hat auch eine gesunde Seite, denn SMS-Fans rauchen weniger.

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