Kurzfristdenken bestimmt den Handel
Nemax hängt am Tropf der Nasdaq

Lange lag der Neue Markt im Plus. Als jedoch die Nasdaq ins Minus driftete, verlor der Nemax 2,2% auf 810 Punkte. Der Nemax 50 lag am Ende um 2,5% im Minus bei 793 Punkten.

HB/FRANKFURT/M. Dass der Handel am Neuen Markt momentan ein reines Tagesgeschäft ist und langfristig orientierte Anleger in sichere Häfen flüchten, war schon vor den Attentaten in den USA festzustellen. Seither hat sich dieser Trend noch verstärkt. Wer einsteigt, der hofft auf den schnellen Euro und will sein Risiko auch belohnt sehen. Anlass kann in einigen Fällen eine konkrete Unternehmensmeldung sein, oftmals gibt es aber von Unternehmensseite keinen Anlass, der zu entsprechenden Kursanstiegen führt. Beispiel hierfür war gestern die Brokat-Aktie. Die Papiere, die am kommenden Montag aus dem Nemax 50 fallen werden, legten um 4 % auf 1,05 Euro zu und standen damit wohl ein letztes Mal im Auswahlindex weit oben auf der Gewinnerliste.

Da fand sich auch Intershop - wie Brokat ein Wert, der traditionell seine eigenen Prognosen verfehlt. Intershop konnte gestern jedoch einen Auftrag des Reifenherstellers Continental melden. Mit der Intershop-Software soll es ab dem Herbst auch Privatkunden möglich sein, Reifen über das Internet auszuwählen und zu bestellen. Die Intershop-Aktie, die in den letzten sieben Wochen etwa zwei Drittel an Wert verlor, legte daraufhin um 6,9 % auf 1,39 Euro zu. An der Börse wurde gestern nicht ausgeschlossen, dass jedoch bereits heute wieder Gewinne mitgenommen werden.

Dass Meldungen über Großaufträge nicht unbedingt den Kurs des betroffenen Unternehmens beflügeln müssen, zeigte FJA. Das Münchener Software-Haus, von der Gewichtung her immerhin stärkster Software-Anbieter am Neuen Markt, schloss mit der Arag Lebensversicherung einen Vorvertrag über Software zur Verwaltung von Riester-Renten-Policen. Zudem befänden sich vier weitere Gesellschaften in der Planungsphase, hieß es. Bisher verfüge man durch die Riester-Rente schon über Aufträge im zweistelligen Mill.-DM-Bereich. Die FJA-Aktie verlor bis am Ende um 4,2 % auf 42,46 Euro.

Der insolventen Management Data verhalf dagegen die Nachricht, dass mit Frohne & Klein ein neuer "designated sponsor" gefunden wurde, der nach der Mandatniederlegung der Nord LB den Handel mit der Aktie betreut. Auf diese Nachricht hatten die Zocker gewartet: Management Data stiegen um 23,6 % auf 0,68 Euro.

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