Kurzfristig weiter negative Euro-Entwicklung
Euro in abwartendem Handel etwas leichter

Reuters FRANKFURT. In einem abwartenden Handel am Tag vor der US-Zinsentscheidung und der Veröffentlichung des deutschen Ifo-Indexes hat sich der Euro auf einem etwas niedrigeren Niveau bei Werten um 0,9030 $ stabilisiert. Händler sprachen von einem impulslosen Handel im Vorfeld der Ereignisse am Dienstag. Technisch betrachtet sehe es für den Euro nicht gut aus, nachdem die Währung am Freitag an der Marke von 92 US-Cents gescheitert sei. Der $ profitiere zudem von Kapitalzuflüssen, die nach wie vor stärker in die USA als in die Euro-Zone gingen. Kurzfristig stünden die Zeichen für den Euro weiter negativ, mittelfristig habe er Aufwärtspotenzial.

Gegen 13.30 Uhr notierte der Euro mit 0,9023/28 $ nach 0,9061/66 $ zum New Yorker Handelsschluss am Freitag. Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,9022 $ ermittelt nach 0,9124 $ am Freitag. Der $ kostete damit 2,16 DM nach 2,14 DM am Freitag. Zur japanischen Währung lag der Euro im Referenzkursverfahren bei 97,57 Yen nach 99,29 Yen am Freitag.

Keine Erhöhung der Leitzinsen erwartet

Bei der US-Zinsentscheidung am Dienstag erwartet die überwiegende Mehrheit der befragten Händler, dass die Fed die Leitzinsen auf ihrem geldpolitischen Treffen am Dienstag unverändert bei 6,50 % lassen wird. Am Devisenmarkt sei diese Erwartung schon eingepreist. Gleichwohl werde die Begründung der Fed mit Spannung erwartet und auf Signale für eine mögliche spätere US-Leitzinserhöhungen abgeklopft, die den $ stärken könnte.

Impulse für den Devisenhandel könnten auch vom Ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland kommen, der nach Einschätzung von Analysten nach einem Rückgang im Vormonat nun wieder ansteigen wird. Im Durchschnitt erwarten die befragten Volkswirte für Juli einen Indexwert von knapp 101,3 Punkten nach 100,4 Punkten im Juni. "Ifo wird morgen ein Highlight sein, aber für heute bleibt es ruhig", sagte ein Händler in Frankfurt.

Technisch sei der Euro weiter belastet. "Der Handel hat am Freitag versucht, den Euro auf 0,92 $ hochzukaufen und es nicht geschafft", sagte ein Händler einer amerikanischen Bank. Angesichts dieses Fehlschlags sehen viele Marktteilnehmer den Euro kurzfristig weiter abwärts tendieren.

Aufwärtspotenzial für den Euro

Mittelfristig wird der Gemeinschaftswährung dagegen Aufwärtspotenzial bescheinigt. An den Märkten hatten sich zuletzt Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung in der Euro-Zone verstärkt, nachdem die EZB in ihrem letzten Monatsbericht deutlich vor anhaltenden Inflationsrisiken gewarnt hatte. "Sollten sich in den kommenden Tagen die Spekulationen auf einen 50-Basispunkte-Zinsschritt der EZB verdichten, könnte sich der Euro im Wochenverlauf wieder Richtung 0,92 $ verfestigen", heißt es in einem Marktkommentar von HSBC Trinkaus & Burckhardt.

Der Yen profitierte unterdessen von am Morgen veröffentlichten unerwartet stark ausgefallenen japanischen Konjunkturdaten. Gegen 13.15 Uhr notierte der $ mit 108,16/19 Yen nach 108,36/44 Yen am Freitagabend in New York. Der Euro lag zuletzt bei 97,61/66 Yen nach einem Tageshoch bei 98,75 Yen.

Gold notierte am Montag in London deutlich fester mit 276,40 $ je Unze nach 275,60 $ beim Fixing am Freitagnachmittag.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%