Kurzfristige Börsenschwankungen kein Kriterium
Dax-Spekulation nur bei Degussa und Altana begründet

"Die aktuellen Spekulationswellen sind völlig überzogen", meint eine Analystin zur Diskussion um anstehende Veränderungen im Dax. So schreibt die "Wirtschaftswoche" in der neue Ausgabe unter Berufung auf einen Analysten, in den Frankfurter Bankentürmen würden die Korken knallen, wenn der Konkurrent MLP nach dem Kursrutsch aus dem Dax fliege.

vwd FRANKFURT. Und die Börsen-Zeitung schreibt, die Zugehörigkeit von Epcos sei gefährdet, weil ein neuer Großaktionär namens Capital Companies mit einem Anteil von 18,8 Prozent aufgetaucht ist. "Aus heutiger Sicht ist aber nur die Spekulation um Altana und Degussa gerechtfertigt", sagt die Analystin zu vwd.

Denn der Epcos-Anteil der Finanz-Gruppe gehöre zum Streubesitz, sagte sie. Bei dem Anteil handle es sich nicht wie bei den Paketen von Siemens oder Matushita an Epcos um strategische Beteiligungen, sondern um ein Finanz-Investment einer Vermögensverwaltung. Das Paket sei somit dem sogenannten Asset Management zuzuschlagen und damit klar dem Streubesitz.

Zu MLP verwies die Analystin auf den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse AG, der am 13. August über Dax-Veränderungen entscheidet, die sich Ende September ergeben könnten. Zunächst achte der Arbeitskreis stark auf Kontinuität, so die Analystin mit Blick auf die Vergangenheit. Von kurzfristigen Kursschwankungen lasse sich die Börse nicht leiten. Außerdem genössen die Mitglieder des Dax eine Art von Bestandsschutz, das heißt, ein Kandidat müsse schon nachweisen, dass er bei einem Eintausch die Qualität des Index verbessere.

Auch in Londoner Kreisen heißt es, keine europäische Börse gehe mit Index-Veränderungen so konservativ um wie die Deutsche Börse AG. Die harten Kriterien der Liquidität, also des Aktienumsatzes am Markt, und der Marktkapitalisierung nach Streubesitz erfüllten Altana und seit kurzem auch die Deutsche Börse AG, so die Analystin.

Die Deutsche Börse sei aber erst kurz an der Börse und erfülle deshalb das Kontinuitäts-Kriterium nicht. "Die Deutsche Börse gehört damit erst zum Dunstkreis möglicher Aufnahmekandidaten in fernerer Zukunft", so die Analystin.

Altana könnten dann in den Dax aufrücken, wenn Degussa wie geplant von der Ruhrkohle AG übernommen werde. Das sei aber von der beantragten Ministererlaubnis abhängig. Sollte diese Anfang Juli erfolgen, dann könnte die Börse eine Art Vorratsentschluss fassen. In diesem könnte stehen, dass Altana Degussa im Dax ersetzt, wenn der Streubesitz-Anteil der Degussa im Zuge der Übernahme unter fünf Prozent fällt.

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