Kurzfristige Liquiditätsprobleme
Vivendi offenbar vor Einigung mit Banken

Der hochverschuldete französische Medienkonzern Vivendi Universal erwartet eine schnelle Einigung mit den wichtigsten Gläubigerbanken über seine Liquiditätsengpässe. Dies teilte das Unternehmen am Montag in Paris mit.

dpa PARIS. Vivendi reagierte damit auf die Androhung der US-Ratingagentur Moody's, die Kreditwürdigkeit weiter deutlich herabzustufen, sollte Vivendi seine Finanzprobleme nicht schnell in den Griff bekommen. Erwartet wird, dass sich Vivendi von Unternehmensteilen in der Telekommunikation, Wasserversorgung und im Abonnentenfernsehen trennen könnte.

Der neue Vorstandschef Jean-René Fourtou hatte nach Ablösung seines Vorgängers Jean-Marie Messier in der vergangenen Woche die bedrohliche Finanzlage des Konzerns eingeräumt. Zugleich kündigte er bis September einen Restrukturierungsplan an. Unter Messier hatte Vivendi ein Schuldenberg von 19 Mrd. ? aufgehäuft. Einschließlich des Wasserversorgers Vivendi Environnement, der wegen Reduzierung der Beteiligung unter 50 % künftig aus der Konzernrechnung herausfallen soll, waren es fast 35 Mrd. ?. Moody's hatte die Schuldtitel von Vivendi Universal bereits Anfang Juli drastisch herabgestuft.

Vivendi stehe in aktiven Verhandlungen mit den Banken und rechne "schon sehr bald mit einer Einigung", erklärte das Unternehmen. Der Aktienkurs reagierte am Montag in Paris daraufhin zunächst mit einem Kurssprung von mehr als 6 % auf gut 18 ?. Der Titel musste die Gewinne aber wieder abgeben, als die Börse durch die Technologieaktien nach unten gezogen wurde.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" (Montagsausgabe) will der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone die 44-prozentige Beteiligung von Vivendi an dem französischen Telekommunikationsunternehmen Cegetel mit ihrer Mobilfunktochter SFR für rund 4,7 Mrd. ? übernehmen. Vivendi nahm zunächst dazu keine Stellung.

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