Kurzfristige Stimmungsverbesserung für Dollar
Euro rutscht wieder etwas ab

Der seit einigen Wochen unter Druck stehende Dollar hat am Mittwoch Unterstützung von frühen Kursgewinnen an den US-Aktienmärkten bekommen. Der Euro fiel wieder unter 0,99 Dollar, nachdem er noch im europäischen Handel einen weiteren Anlauf in Richtung Parität genommen hatte.

Reuters FRANKFURT. Den Kursrückgang des Euro im Handelsverlauf führten Händler unter anderem auf die leichten Gewinne an der Wall Street im frühen Handel zurück. "Dies sorgte für eine kurzfristige Stimmungsverbesserung", hieß es. Doch auch Gewinnmitnahmen spielten eine Rolle, nachdem der Euro zuvor bis auf 0,9969 Dollar geklettert war. Die Gemeinschaftswährung werde aber angesichts des Vertrauensverlusts der Investoren in US-Anlagen eher früher als später die Parität zum Dollar knacken, sagten Marktteilnehmer. Ende Juni war die Gemeinschaftswährung bereits einmal bis auf 0,9990 Dollar gestiegen.

Der Euro eröffnete den US-Handel mit 0,9884/89 Dollar unter dem zuvor von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegten Referenzkurs von 0,9898 (Vortag 0,9930) Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX war der Euro mit 0,9945 (0,9900) Dollar bestimmt worden. Zur japanischen währung notierte der Dollar im US-Handel zeitweise wieder knapp über 118 Yen, nachdem er zuvor auf ein Zehn-Monats-Tief bei 117,65 Yen gefallen war. Ausschlaggebend für die jüngste Abwärtsbewegung des Dollarkurses seien die zuletzt schwache Entwicklung an der Wall Street und der Vertrauensverlust der Anleger in Folge der Bilanzskandale von US-Unternehmen, sagten Händler.
Zudem habe die Rede von US-Präsident George W. Bush am Vortag an der Wall Street zu diesem Thema die Marktteilnehmer weitgehend enttäuscht. Bush hatte eine drastische Verschärfung der Strafen bei Bilanzbetrug angekündigt. Ein deutscher Händler bezeichnete den Plan als puren Aktionismus. Ein anderer Marktteilnehmer sagte, auch die Verschärfung der Strafen für einige Wirtschaftsdelikte werde letztlich niemanden von Betrügereien abhalten.

"Was auch immer Bush sagt, das Kind wurde bereits mit dem Bade ausgeschüttet", sagte Mark Henry von GNI. Mit Blick auf den Dollarkurs fügte er hinzu: "Es werden noch mehr schlechte Nachrichten mit den Geschäftszahlen der US-Unternehmen kommen - es ist nur eine Frage der Zeit - und Sorgen um die Unternehmen werden den Dollar weiter belasten."

Auch zum Yen wird sich der Kursverfall des Dollar Händlern zufolge weiter fortsetzen, solange eine neuerliche Intervention der japanischen Notenbank (BOJ) zur Stützung des Dollarkurses ausbleibt. Ohne ein Eingreifen könne der Dollar bis auf 112 Yen fallen. "Es scheint keine Widerstände gegen die Abwärtsbewegung des Dollar zu geben - und die Bank von Japan macht noch keine Anstalten einzugreifen, auch wenn es Anzeichen gibt, dass sie dies tun könnte", sagte Marktstratege Tim Fox von National Australia Bank. Zuletzt hatte die BOJ Ende Juni mit Dollarkäufen am Devisenmarkt interveniert, als der Dollar unter 119 Yen gefallen war.

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