Kurzfristiger Chart-Widerstand
Gold-Preis gerät an Grenze

Gold hat am Montag weiter Stärke gezeigt und mit 312 Dollar den höchsten Stand seit Februar 2000 erreicht. Händler führten den Anstieg sowohl auf den schwachen Dollar als auch die erneuten Offensiven Israels im Westjordanland zurück. Die Chartanalyse zeigt kurzfristig Widerstand für den Gold-Preis.

rtr/ mm - LONDON. Am Spotmarkt notierte Gold gegen 15.25 Uhr bei 309,40 nach 311,10 Dollar zu Freitagschluss in New York. Das Londoner Morgenfixing war bei 310,65 Dollar gelegen nach 306,60 Dollar beim Nachmittagsfixing am Freitag. Zuvor hatte der Gold-Preis 312 Dollar erreicht.

Analysten sahen für das gelbe Metall weiter Aufwärtspotenzial, auch wenn einige eine Korrektur nach unten als zunehmend wahrscheinlich bezeichneten. "Das Durchbrechen des technischen Widerstandes von 308 Dollar verheisst Gutes für weitere Gewinne, speziell, wenn der Dollar weiter nachgibt," hiess es bei der Deutschen Bank.

Der Dollar baute am Montag die Verluste aus und notierte zum Euro auf einem neuen dreieinhalb-Monate-Tief und zum Schweizer Franken auf dem tiefsten Stand seit fünfeinhalb Monaten. Die US-Devise steht zunehmend unter Druck, seit in der Vorwoche nach verschiedenen enttäuschenden US-Daten die Sorgen über die Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit der Konjunkturerholung in Amerika zunehmen. Ein schwächerer Dollar macht das in Dollar notierte Gold für Investoren ausserhalb der USA günstiger.
Die wieder anziehenden Spannungen in Nahost nach dem Einzug des israelischen Militärs in Hebron wirkten für Gold ebenfalls unterstützend, hiess es. Investoren würden vor diesem Hintergrund und angesichts der unsicheren Aktien- und Finanzmärkte vermehrt auf das "sichere" Edelmetall setzen.

Gold könnte die Marke von 325 Dollar anpeilen, hiess es. "Gold sollte auf 325 Dollar, das langfristige Gleichgewichtsniveau, hinsteuern. Aber nachdem das Metall so lange darunter lag, könnte es sogar noch leicht darüber hinaus steigen, bevor es sich dann auf dem Niveau von 325 Dollar einpendelt," sagte ein Analyst.

Einige Experten hingegen prognostizieren eine baldige Wertabnahme. Dies drohe insbesondere vor dem Hintergrund des hohen spekulativ orientierten Engagements. "Wir machen uns zunehmend Sorgen über die Grösse der spekulativen Long-Positionen und glauben, dass Gold mehr und mehr verletzlich bezüglich einer kurzfristigen Korrektur scheint," sagte UBS Warburg-Analyst John Reade. Auch Howard Patten von Barclays sagte, der Aufwärtstrend von Gold könnte bei 320 Dollar gestoppt werden.

Auch charttechnisch sieht es kurzfristig für die Feinunze nicht goldig aus. Ein seit zwölf Monaten intakter Aufwärtstrend-Kanal hat bei knapp 310 Dollar auf Schlusskurs-Basis seine obere Begrenzung (siehe Chart unten). Allerdings könnte es sein, dass diese Zone vorübergehend nach oben verlassen wird. Denn seit Januar 2002 hat sich ein steiler kurzfristiger Aufwärtstrend gebildet (grüne Linien). Und dessen obere Grenze verläuft aktuell bei fast 320 Dollar. Allerdings: Erst wenn die untere (grüne) Trendlinie - derzeit bei 305 Dollar - unterschritten wird, dürfte der Gold-Preis stärker korrigieren.

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