Kurzlebiger Einfluss der Notenbank
Nur leichte Verluste an Börse in Tokio

Die Erwägung der Bank of Japan (BoJ), Aktien von den heimischen Banken zum Marktpreis aufzukaufen, sorgte an der Tokioter Börse am Mittwoch für einen Kurssprung in den letzten Handelsminuten.

vwd TOKIO. Der Nikkei-225-Index stieg nach den Aussagen von BoJ-Präsident Masaru Hayami bis Sitzungsende um bis zu 200 JPY, begrenzte damit die Verluste auf minus 0,8 Prozent bzw 72 JPY und schloss bei 9 472 JPY. Der Topix zog sich bis auf minus 0,5 Prozent bzw fünf Stellen aus der Verlustzone und schloss bei 928 Punkten. Viele Teilnehmer hätten sich nach den überraschenden BoJ-Aussagen mit Shortpositionen insbesondere im Bankensektor eingedeckt, hieß es.

Grund für den geplanten Schritt der japanischen Notenbank sei die destabilisierende Wirkung des Aktienbesitzes, so Hayami. Daher müssten die Banken zur Stärkung der Kapitalbasis und zur Bereinigung notleidender Kredite ihre Aktienportfolios verringern. Das Ausmaß und der Zeitpunkt der Aktienkäufe stehe noch nicht fest.

Zudem erwarten Marktbeobachter, dass die BoJ die monatlichen Ankäufe japanischer Staatsanleihen (JGB) erhöhen wird, um der Deflation entgegen zu wirken. Entsprechend zogen die Titel des Bankensektors kräftig an. Mitsubishi Tokyo Financial kletterten um 2,3 Prozent auf 816 JPY, Sumimoto Mitsui Banking legten um 4,5 Prozent auf 576 JPY zu, und UFJ Holdings stiegen um 3,6 Prozent auf 262 JPY.

Die BoJ-Aussagen dürften in den kommenden Sitzungen zudem die Kurse von Toyota und den Stahlwerten beflügeln, die wegen ihrer Überkreuzbeteilungen unter Druck geraten waren. Allein auf Grund der Aufschläge bei Bankentiteln könnte der Nikkei-225 um weitere 1 000 bis 1 500 JPY steigen. Der Einfluss des Notenbankplans dürfte allerdings nur kurzlebig sein, sagt Chefstratege Seiki Orimi von UFJ Tsubasa Securities. Schließlich seien keine "wirklichen Reformen" für eine Verbesserung der Konjunktur angekündigt worden.

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