Kurznachrichtendienst Twitter
Das banale Zwitschern des Alltags

Innerhalb weniger Wochen mutierte der Kurznachrichtendienst Twitter zur heißesten Neugründung im Silicon Valley. Wer sich dort anmeldet, kann seine Freunde jederzeit wissen lassen, was er tut und wo er ist. Das Konzept hat jedoch einen Haken - für Kunden und auch für das Unternehmen selbst.

DÜSSELDORF. Robert Scoble sieht es lakonisch: "Produktivität 200 Prozent nach oben, weil Twitter unten ist." Der bekannte Blogger und ehemalige Microsoft-Manager gehört zu denjenigen, die verwundert auf eine Internet-Gründung blicken, deren scheinbar sinnloser Service innerhalb weniger Wochen zum heißesten Spielzeug des Silicon Valley wurde: Twitter.

Wer sich dort anmeldet, kann seine Freunde jederzeit wissen lassen, was er tut und wo er ist. Zwei, drei Textzeilen stehen dort, mehr nicht. Eine banale Zustandsbeschreibung, auch abzugeben und zu empfangen per Handy. Seit sieben Monaten gibt es den Dienst, 60 000 Nutzer lautete der jüngste Stand, wöchentlich steigt diese Zahl um 20 Prozent. Offensichtlich geben viele schnell wieder auf: Die Zahl der verschickten Nachrichten liegt nur bei 40 000 täglich - und Vielnutzer verschicken ein Dutzend Meldungen am Tag. Trotzdem kämpft der Dienst in dieser Woche mit Kapazitätsproblemen.

Das Gezwitscher aus dem Netz hat sogar einen Präsidentschaftskandidaten angelockt: John Edwards. Der Demokrat wäre Vize-Präsident geworden, hätte John Kerry den vergangenen Wahlkampf gegen George W. Bush gewonnen. Nun setzt Edwards ganz auf die Macht des Internet, neben Videobotschaften auf Youtube erfahren seine Anhänger über Twitter, wo der eloquente Ex-Anwalt sich gerade aufhält. "Ein toller Event heute am Benedict College, Columbia, South Carolina. Jede Menge Energie. Fahre heute Abend nach Iowa", lautete sein jüngster Eintrag. Eine sinnvollere Nutzung hat der Börseninformationsdienst Marketwatch entdeckt: Er verschickt Eilmeldungen über Twitter.

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