Kutzers Corner
Anleger sollten gelassen bleiben

Nein, an Terrorismus gewöhnen können und werden wir uns nicht! Doch haben wir inzwischen gelernt, dass es keine dauerhafte Korrelation zwischen blutigen Bombenanschlägen und spontanen Kursausschlägen gibt.

Deshalb haben die dramatischen Ereignisse von London an den Märkten auch keine panikartigen Reaktionen ausgelöst. Im Gegenteil, unerschütterliche Optimisten dürften die anfänglichen Einbußen an den europäischen Börsen von 3 bis 3 ½ % als „Einladung“ zum Aktienkauf interpretiert haben, nach dem Motto: Unsicherheit dieser Art wird erfahrungsgemäß ziemlich rasch wieder überwunden. Ähnlich mögen auch diejenigen denken, die zwar längst keine Aktienfans mehr sind, aber nach wie vor an ihren Altbeständen festhalten.

Gelassenheit ist eine wichtige Tugend der Sparer und wirklich langfristig denkenden Kapitalanleger – auch jetzt. Nur kurzfristige (Day-)Trader müssen in helle Aufregung geraten. Sondersituationen wie die Börse bewegende Terror-Anschläge sollten andererseits nicht einfach ausgeklammert werden, wenn der Anleger seine eigenen Verhaltensgrundsätze überprüft. Das gilt insbesondere für das Verkaufen zur Verlustbegrenzung. Konkret: Wer die Bedeutung des Verkaufen Lernens begriffen hat, sich also bei jedem Aktienkauf sogleich eine Marke zum Ausstieg gesetzt hat, der sollte diese jetzt (falls der entsprechend niedrigere Kurs erreicht wird) nicht außer Kraft setzen und dies mit der „Sondersituation“ entschuldigen. Sinnvoller ist vielmehr, konsequent auszusteigen, um bei Wiederaufnahme des Aufwärtstrends wieder einzusteigen. Das kann ja schon ein, zwei Tage danach der Fall sein.

Warum? Es geht um die Disziplin. Denn wem es nicht gelingt (und das fällt den meisten wirklich schwer), vorsorglich zu verkaufen, um Kursverluste schon in ihrer Frühphase zu begrenzen, der wird immer wieder Ausreden finden, um gegen seine taktischen oder strategischen Grundsätze zu verstoßen. Vergessen Sie nie die Jahre nach 2000!

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