Kutzers Corner
Anleihen keine sichere Alternative

Heimlich, still und leise ist das Interesse an festverzinslichen Wertpapieren wieder erwacht. Etwa seit Mitte Juni, mit den fallenden Aktienkursen, hat sich bei den Bonds eine freundliche Tendenz eingestellt.

Und siehe da: Beiderseits des Atlantiks ist die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen auf knapp über 4 Prozent gefallen. „Anleger suchen ihr Heil am Rentenmarkt“, heißt es deshalb heute in der Wirtschaftspresse. Der Grund liegt auf der Hand: Mit dem nachhaltigen Anstieg der Ölpreise nehmen die Konjunktursorgen zu. Wenn aber das Wachstum der Weltwirtschaft spürbar nachlassen sollte, werden die Zinsen nicht weiter steigen. Rentenmarkt also ein sicherer Hafen? Keineswegs. Denn ob dieses Szenario auch Realität wird, ist völlig offen.

Andererseits sollten die Ölpreis bedingten Inflationsgefahren, die wiederum für die Leitzins-Politik der Notenbanken ausschlaggebend sind, nicht außer Acht gelassen werden. Und: Angesichts der hohen Korrelation, die sich zwischen Ölpreisen und Anleihekursen entwickelt hat, müsste der Rentenmarkt automatisch zur Schwäche neigen, wenn das schwarze Gold wieder billiger wird. Der Privatanleger sollte Anleihen dann favorisieren, wenn die Zinsen von einem hohen Niveau aus zu sinken beginnen oder wenn der Realzins – Nominalrendite abzüglich Inflation – überdurchschnittlich hoch zu bleiben verspricht. Beides ist heute nicht der Fall. Und kurzfristige Trading-Chancen über den Bund-Future oder andere Derivate zu nutzen, ist etwas für weit fortgeschrittene Investoren und Profis.

Nein, Anleihen sind die meisten Anleger keine attraktive Alternative!

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