Kutzers Corner
Baustelle Deutschland

Karstadt-Krise, Opel-Misere, VW-Gesetz, Immobilienfonds-Debakel – so unterschiedlich die Fälle gelagert sind, sie haben alle auch etwas mit Konjunktur und Kapitalmärkten zu tun.

Aus den Schlagzeilen dieser Tage abzuleiten, hier herrsche das Chaos, wäre zwar deutsch, aber falsch. Denn zum einen geht es um die Aufarbeitung alter Fehlentwicklung. Die kommen meist erst in schwierigen Phasen wie jetzt ans Tageslicht, damit auch die zum Teil gravierenden Managementfehler. Zum anderen spiegeln die zahlreichen Konflikte insbesondere zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wider, dass der Standort Deutschland inzwischen eine Reform-Baustelle geworden ist, dass an allen Ecken und Enden an der Modernisierung der Volkswirtschaft gearbeitet wird – nicht immer effizient und zügig, aber immerhin.

Problematisch bleibt die Rolle des Gesetzgebers, wenn er als Unternehmer oder Oberaufseher auftritt. Das zeigen beispielsweise die deutsch-französischen Meinungsverschiedenheiten in der europäischen Industriepolitik. Opel wiederum bietet Anlass, an die Politik zu appellieren, sie möge sich gefälligst zurückhalten. Vor zwei Jahrzehnten haben Deregulierung und Liberalisierung zunächst der Gütermärkte und anschließend der Finanzmärkte maßgeblich zum Aufblühen der Weltwirtschaft beigetragen.

Jetzt sind Trends zu erkennen, nicht nur in Deutschland sondern EU-weit, Märkte wieder an die Kandare zu nehmen. Schon diskutieren Experten über die Gefahren einer Überregulierung, zum Beispiel beim Anlegerschutz. Märkte durch weniger Gesetze und Abbau der Bürokratie zu stärken – das sollte das Ziel sein!

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