Kutzers Corner
Berliner Hausse

Kehren Deutschlands Privatanleger an den Aktienmarkt zurück? Sie sind längst da. Am letzten Handelstag der vergangenen Woche kam es in Berlin zu einem Run auf heimische Aktien und Anleihen.

Die Makler registrierten Hände reibend steile Kurssprünge, vereinzelt sogar explosionsartige Verteuerungen. Und das bei hohen Umsätzen: Millionen von Wertpapieren wechselten innerhalb weniger Stunden die Besitzer.

Hauptgrund für die Hausse war das ungewöhnliche Übergewicht der Käufer. Denn auf dem Berliner Parkett gab es lediglich einen einzigen (!) Verkäufer, dem annähernd 400 meist professionelle Interessenten gegenüber standen. Nach dem nur noch alten Börsenhasen bekannten Motto „Geht Butter, geht Käse“ erstreckte sich die Kaufneigung zwar über alle Teilbereiche. Doch gab es schon bei Sitzungsbeginn erkennbare Differenzierungen. Ausgesuchte Automobilwerte sowie Bankaktien zählten zu den Favoriten, lebhaft gefragt aber auch ausgesuchte Brauerei- und Eisenbahntitel. Maschinenbauer dagegen etwas vernachlässigt. Öffentliche Anleihen konnten sogar in großen Abschnitten problemlos im Berufshandel untergebracht werden.

Wovon ist eigentlich die Rede? Diese „Berliner Hausse“ fand am vergangenen Samstag nicht etwa an der Börse, sondern im Bundesgesundheitsministerium statt – wegen des großen Händlerandrangs kurzfristig gewähltes Ausweichquartier für die bisher größte Versteigerung historischer Wertpapiere. 12 Millionen alter Aktien und Anleihen aus der Zeit vor 1945, ein Teil des sogenannten „Reichsbankschatzes“, kamen unter Hammer.

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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