Kutzer´s Corner
Börsenzeit ist nicht alles

Gleich zwei Schlagzeilen aus der Börsenwelt beherrschen heute die Wirtschaftsseiten: Neben dem Höhenflug der Aktienkurse geht es um die Verkürzung der Handelszeiten.

Es gibt deshalb keinen spontanen Aufschrei der Finanz-Community über diesen vermeintlichen Rückschritt deshalb, weil die Verkürzung von den Profis schon seit längerem gewünscht worden und es auch um eine Anpassung an den Handel an wichtigen europäischen Nachbarbörsen handelt. Sie als private Anleger werden zudem nicht schlechter gestellt, weil das Geschäft auf dem Parkett bis 20 Uhr bleibt – ein weiteres Signal dafür, dass der Privatanleger zumindest von den Börsen engagierter denn je umworben wird.

Interessant wird das Ganze trotzdem ab dem 3. November, wenn die Neuregelung in Kraft tritt. Wird etwa die Preisqualität im Abendhandel ohne Xetra-Basis schlechter? Bekommen die Makler kurz vor Feierabend künftig mehr zu tun als bisher, zum Beispiel bei aktuellen Impulsen von der Wall Street? Werden die Regionalbörsen, die sowieso den Handelsschluss 20 Uhr beibehalten wollen, mehr Aufträge von Ihnen erhalten?

Wichtiger als das Thema Handelszeit erscheint mir für den Privatanleger zu sein, dass mehr Transparenz über die bestehenden Handelssysteme in Deutschland geschaffen wird. Denn allerorts wird mit eindrucksvollen Namen für „Wir-haben-das-beste-Preissystem“ geworben. Da blickt kein normaler Anleger durch. Nichts gegen Wettbewerb! Im Wertpapier- und Derivatehandel wäre es im Zeitalter der Europäisierung aber sinnvoller, die Fragmentierung auf nationaler Ebene durch Spezialisierung zu ersetzen.

Auf Deutsch: Statt Aufteilung des Kuchens neue Brötchen backen. Da und dort, so höre ich, gibt es bereits Pläne von Regionalbörsen, die Zukunft neu zu definieren.

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