Kutzer's Corner
Das Monopoly geht weiter

Deutschlands zweitgrößte Großbank wird von Italienern gekauft – aber laute Aufschreie in der Politik bleiben aus. Selbst die Verärgerung im Freistaat Bayern klingt leise und verhalten. Die Republik beginnt zu lernen, dass grenzüberschreitendende Unternehmenszusammenschlüsse ein fast alltäglicher Vorgang in der Wirtschaftswelt geworden sind bzw. es jetzt werden. Wir lernen aber auch, wie schnell das nicht mehr gilt, was einmal im Brustton der Überzeugung verkündet wurde (Es gibt keine Krise, Wir sind stark genug, um allein zu wachsen, usw.) – oder anders betrachtet: Heutzutage ist nichts mehr unmöglich, wenn es um Fusionen oder Übernahmen geht.

Die deutschen Banken, früher einmal Glanzpunkte unserer Volkswirtschaft, haben sich in den vergangenen Jahren gewiss nicht mit Ruhm bekleckert. Der Branche fehlten die überragenden Köpfe und Leitbilder – fehlte die Kombination aus mitreißenden Persönlichkeiten mit klaren Konzepten. Deshalb hat es länger als erwartet gedauert, bis die notwendigen Strukturprozesse zur Stärkung der Ertragskraft eingeleitet worden sind. Jetzt kann und wird das Monopoly weiter gehen. Und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat sicher Recht, wenn er fordert: „Wir brauchen mehr starke Banken!“ Wenn es Zuge dessen zu weiteren Übernahmen kommt, ist die Nationalität des Käufers doch zweitrangig oder ganz unbedeutend. Am Besten wir gewöhnen uns daran, von „europäischen Allianzen“ statt von „grenzüberschreitenden Fusionen“ zu sprechen. Leider werden solche Zusammenschlüsse weitere Arbeitskräfte kosten. Und die Aktionäre können auch nicht fest damit rechnen, von einem größeren Verbund rasch zu profitieren.

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