Kutzers Corner
Der Montag der Nullen

Dieser Montag steht im Zeichen der Null: Heute morgen konnten Sie hören, die Hoffnungen auf eine friedliche Lösung der Irak-Konfliks seien auf den Nullpunkt gesunken.

Außerdem findet eine Handelsblatt-Umfrage starke Beachtung, wonach deutsche Unternehmen ihre Geschäftserwartungen für 2003 schon abgeschrieben haben und nur noch auf eine "schwarze Null" hoffen - also Stagnation, aber kein Minus. Was heißt das für die Börse und für Sie als Anleger?

Nun, es heißt zunächst einmal: anhaltende Unsicherheit, eine Wende zum Besseren ist nicht in Sicht - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Konjunkturindikatoren sind ohnedies schon seit Wochen wechselhaft und widersprüchlich. Und ich bleibe dabei: Bevor wir nicht klar sehen, wie und mit welchen Folgen der Mittelost-Konflikt zu Ende gebracht wird, sind alle übrigen Problemfelder Nebenschauplätze - das gilt für die Wirtschaftspolitik genauso wie für die Wirtschaftsprognosen.

Wenn sich die Diskussion über Zeitpunkt und Ausmaß der nächsten Zinssenkungsschritte der Notenbanken wieder belebt, so sollte man davon ebenfalls keine nachhaltigen Einflüsse auf das Börsengeschehen erwarten. Deshalb bleibt jede Aktienanlage Spekulation - bis auf weiteres, bis sich ein neuer Trend entwickelt. Schon jetzt möchte ich davor warnen, steile Kurssprünge nach oben, die es relativ kurz nach Ausbruch des Kriegs geben könnte, als Trendwende anzusehen - mir erscheint ein solcher Zwischenspurt nur für flexible Trader interessant.

Dennoch: Der ewige Optimist übernimmt die Null noch nicht. Das Jahr ist noch jung. Es ist noch genug Zeit für eine Stimmungswende. Die hätte für den Kapitalmarkt ein größeres Gewicht als die harten Fakten. Wirtschaft lebt zunächst von der Psychologie. Aus heutiger Sicht gibt es aber noch keinen Anlass, auf eine Stimmungswende zu setzen. Bleiben Sie deshalb vorsichtig - bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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