Kutzers Corner
Eine ganz normale Woche

Alles in ruhigen Bahnen, nirgendwo Hektik, überall geringe Volatilität. Oberflächlich betrachtet liegt eine anormal normale Woche hinter uns. Tatsächlich war sie alles andere als langweilig.

Der Euro rutscht unter 1,28 Dollar, Israel und Palästinenser vereinbaren Waffenruhe, deutsche Spitzenpolitiker starten einen Großangriff auf die Deutsche Bank, radikale Tarifreform im öffentlichen Dienst, Daimler-Chrysler enttäuscht die Börse, erstes IPO im neuen Jahr durch Paion. Insbesondere der „Fall“ Deutsche wirkt nach – bitte noch einmal Revue passieren lassen: Da ruft Hessens SPD-Vorsitzende die Kunden der größten deutschen Bank zum Boykott auf. Wenig später schreit der CSU-Vorsitzende seine Kritik an Ackermann mit verzerrtem Gesicht und einem peinlichen Versprecher in die Passauer Alkohol-Arena.

Derweil tastet sich der Dax ganz vorsichtig auf seinen höchsten Stand seit Sommer 2002 vor. Und der Rückgang der Kapitalmarktrenditen auf einen historischen (!) Tiefstand von rund 3,40 Prozent für die zehnjährigen Bundesanleihen wird wie ein Ereignis am Rande registriert. Das mag auch damit zusammenhängen, dass ein derart ausgeprägtes Zinstief für die Fachwelt völlig überraschend kommt und kaum noch nachvollziehbar ist.

Die Märkte stehen nach wie vor im Zeichen einer Überliquidität. Diese beschert dem europäischen Rentenmarkt eine immer bedrohlicher anmutende Blase und stützt die vom kurzfristigen Trading geprägten Aktienbörsen. Von einer Rückkehr des Anlegervertrauens kann noch keine Rede sein.

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