Kutzers Corner
Es geht nicht um den Mai

Vielleicht ist es richtig, sich im Mai erst einmal von der Börse zu verabschieden. Vielleicht kommt dieser Schritt aber schon (fast) zu spät. So haben viele Anleger haben das statistisch immer wieder belegte Sell-in-May-Motto vorweg genommen und ihre Aktien bereits verkauft.

Vor genau einem Jahr, in einem schwer zu beurteilenden Umfeld, wäre das die falsche Strategie gewesen. Heute stellt sich das Bild für die Kapitalmarkt-Akteure noch widersprüchlicher dar. Was also tun?

Spätestens jetzt zeigt sich doch, dass die mit „Verkaufe im Mai, dann bist du frei!“ frei übersetzte Devise wenig taugt. Denn: An wen richtet sich eigentlich der Appell? An kurz-, mittel- oder langfristig orientierte Anleger, an solche mit (viel höher zu Buche stehenden) Altbeständen oder an die Inhaber von seit 2003 aufgebauten Depots? Sell in May and go away berücksichtigt weder die Ausgangslage noch die Zielsetzung. Wichtiger als der überstrapazierte Spruch sollte für den Aktien-Fan die Erkenntnis sein, dass das Verkaufen wichtiger und schwieriger ist als das Kaufen und auch völlig losgelöst von aktuellem Blutdruck, der Außentemperatur oder dem Kalender praktiziert werden muss.

Daneben sollte der aktive Aktionär in seiner Taktik berücksichtigen, dass ihm die Indexbeurteilung allein nicht weiter hilft, sondern die Einzelwertbetrachtung in stark differenzierenden Märkten zum Erfolg führt. Deshalb wird dem fortgeschrittenen Stock-Picker, in der Regel sowieso ein eher kurzfristiger Trader, auch ziemlich egal sein, ob der Dax im Mai ausschlägt oder nicht.

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