Kutzer´s Corner
Euro-Jo-Jo

Der Euro - bei seinem Debüt präsentierte er sich überraschend fest. Anschließend ging er so lange so tief in die Knie, dass der Eindruck entstand, Europa sei inzwischen ein Entwicklungsland geworden.

Einerseits ein Grund zum Jammern, andererseits ein Doping für die heimische Konjunktur. Für viele unerwartet stellte sich seit vergangenem Jahr eine kraftvolle Erholung ein – Deutschland und Europa wieder entdeckt. Nun durfte unsere Exportwirtschaft jammern und die währungsbe-dingten Ertragsbelastungen beklagen. Dies umso mehr, als die Mehrheit der Prognosen noch viel, viel höhere Kurse in Aussicht stellte. Seit einigen Tagen plötzlich wieder eine Abwärtsbewegung.

Heute Vormittag fiel der Wechselkurs unserer Währung unter die Marke von 1,10 Dollar, damit auch unter eine charttechnisch als wichtig geltende Unterstützung. Sie wissen ja, dass Wechselkurse noch viel schneller und sensibler auf Nachrichten aus dem wirtschaftlichen und politischen Umfeld reagieren als Aktienkurse. Die Devisen spiegeln vor allem Veränderungen in den grenzüberschreitenden Kapitalströmen wider. Das gilt gerade jetzt, denn der internationale Devisenhandel spürt seit Tagen, dass große Volumen nach Japan und Amerika fließen. Raus aus dem Euro, rein in den Yen und den Dollar. Zwei Hauptgründe: Der japanische Aktienmarkt lockt die ausländischen Investoren wieder, und die wirtschaftlichen Wachstumsaussichten für Japan und Amerika sind nach aktuellen Einschät-zungen wesentlich besser als für Europa. Niemand (!) kann aber vorhersagen, ob sich daraus ein nachhaltiger Abwärtstrend für den Euro entwickelt.

Für Aktienfans sind Kurse um 1,10 oder etwas niedriger jedenfalls positiv, weil einige unsere Industriekapitäne erst einmal aufatmen werden. Bleiben also auch Sie gelassen!

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