Kutzers Corner
Gegen Geiz und Gier

In diesen Tagen der Besinnung, wenn man zurück blickt und dann nach vorne schaut, möchte ich an die Mahnung erinnern, die Zukunftsforscher vor ein paar Jahren nach dem Ende der New Economy und des Börsenhypes formuliert haben: Alle sollten von allem weniger erwarten – das gilt nicht zuletzt für die Kapitalmärkte.

Erfolg und Zufriedenheit sollten also neu definiert werden. Dazu passt, dass hierzulande gerade jetzt intensiv über Geiz und Gier auch unter dem moralischen Aspekt diskutiert wird. Das Thema ist – natürlich – nicht neu. Und so möchte ich einige Sätze aus einem schon 1929 erschienenen Buch zitieren, das seine Aktualität nie verloren hat. Die „reine Profitgier“, um die es im folgenden geht, bezieht sich zwar auf das Handeln der Manager, ließe sich aber ebenso auf das Verhalten der Anleger übertragen:

„Sobald die Blickrichtung von der unternehme-rischen Leistung abgelenkt wird und das abstrakte Gewinninteresse in den Blickpunkt tritt, da muss jene ins Maßlose sich auswachsende Gier sich einstellen. Warum mit 10 Prozent sich begnügen? Warum nur 20 Prozent? Warum nur 100? Und schließlich ist gar kein Grund einzusehen, warum man nicht 1.000, 10.000 und noch mehr Prozent mitnehmen sollte.

Das abstrakte und verabsolutierte Gewinnstreben ist prinzipiell maß- und zügellos, prinzipiell antiökono-misch, asozial, egoistisch. Ob es die ‚kapitalistische’ Sünde ist, bleibe dahingestellt; gewiss ist es die Kapitalsünde der Habgier.“ (soweit Oswald von Nell-Breuning, der Nestor der katholischen Soziallehre, in seiner Dissertation „Gründzüge der Börsenmoral“).

Genießen Sie also jedes Prozent, genießen Sie jeden Tag – und vor allem die Feiertage!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%