Kutzers Corner
Good bye, good buy?

Sie wird (noch) keine Klarheit schaffen, die letzte Aprilwoche. Vor uns liegt ein Terminkalender, der Stress verheißt. Analysten, Asset Manager und Anleger werden von kursrelevanten Veröffentlichungen aller Art geradezu überflutet.

Und die dürften aller Voraussicht nach eher widersprüchlich als Trend fördernd wirken. Inzwischen gewöhnen wir uns aber daran, Aktien nicht mehr anhand von guten oder schlechten Zahlen zu beurteilen. Die Börse mutiert zu einem Analysten-Meinungen-Erfüllungs-Marktplatz. Wen interessiert schon der Gewinnanstieg eines Hightech-Unternehmens um 100 %, wenn der Durchschnitt der KGV-Gurus 150 % erwartet hatte? Hat demnach das Management kläglich versagt? Oder könnte es doch sein, dass die Vorhersager versagen? Es geht – natürlich! – um die Quartalsergebnisse, die bereits im nächsten Quartal wieder anders aussehen können.

Nein, von Vertrauen in einen Aufschwung von Wirtschaft und Börse kann hierzulande noch keine Rede sein. Und selbst der überzeugte Optimist zweifelt nach wie vor an rascher Besserung. Immerhin signalisiert die Nachrichtenlage im Vorfeld der neuen Woche wieder das Prinzip Hoffnung, nicht nur weil sich Daimler-Chrysler gesundschremppen will. Es passt zur aktuellen Stimmungslage, dass jede entsprechende Meldung gleich mit einer die Zuversicht wieder in Frage stellende Einschränkung versehen wird. Kostproben: „In der Weltwirtschaft stehen alle Ampeln auf grün“, stellte Hans Eichel nach dem G-7-Treffen fest – aber: Hohe Öl- und Rohstoffpreise gefährden Aufschwung. „Börsianer rechnen für die kommende Woche mit positiven Impulsen durch die Quartalszahlen deutscher Unternehmen“, so eine Umfrage – aber: Sinkender Info-Index könnte Stimmung eintrüben. Noch ein Beispiel? „Quartalszahlen könnten US-Börsen beflügeln“, so ein Agenturbericht – aber: ...nur wenn die Zahlen glänzend bleiben und Investoren ihre Zinsangst überwinden.

Beide Seiten haben gute Argumente: Die einen meinen, deutsche Aktien seien ein good Buy, andere sagen lieber good bye! Meine Empfehlung: Entscheiden Sie selbst, ob sie eine Woche frei nehmen, um flexibel ein- und aussteigen zu können. Oder schauen sie erst einmal zu.

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