Kutzers Corner
Hoch lebe die Übertreibung!

Die Börse macht wieder Spaß. Nicht nur die Performance von Dax & Co. signalisiert die Rückkehr der deutschen Aktie auf die internationale Anlagebühne. Nun wird auch Belebung des Primärmarkts von Beifall begleitet: Wie von führenden Investmentbankern angekündigt, mehren sich jetzt Fusionen, Übernahmen und IPOs.

Nun mag es den einen oder anderen geben, der die Stirne schon wieder runzelt, weil die Kurse der aktuellen, stark überzeichneten Börsenneulinge in die Höhe schießen. Geht etwa das Gespenst des Neuen Markts um? Unsinn. Der Neue Markt war eine der wichtigsten Innovationen der jüngeren Börsengeschichte und alles andere als „gespenstisch“! Schwer geschädigte Privatanleger sollten bitte nicht explodieren: Trotz aller Fehlentwicklungen, die man der Börse sowie den Emittenten, Banken, Analysten, Journalisten und wem auch immer vorwerfen konnte – den Hauptfehler begingen die Anleger selber, weil sie nicht rechtzeitig verkauft haben, um den drohenden (und dann tatsächlichen) Verlust zu begrenzen. Verkaufen fällt nun einmal viel schwerer als Kaufen.

Wer das gelernt hat, sollte sich über die aktuellen Entwicklungen freuen. Er sollte dabei bleiben, wenn ein Aufwärtstrend noch intakt ist und einsteigen, wenn die Kurse zu steigen beginnen. Vor allem aber sollte er schon beim Kauf die Verkaufsmarken setzen, um in jedem Fall (!) Verluste zu limitieren. Bei Neuemissionen gilt das besonders, und wer hier Angst vor Übertreibungen hat, kann ja die Zeichnungsgewinne rasch realisieren.

Übrigens: Börsen leben nun einmal von Übertreibungen (Quizfrage: Bei welchem Kurs beginnt eigentlich die Übertreibung?). Nichts ist langweiliger als ein Aktienmarkt, der ruhig und „vernünftig“ dahin treibt, und das mit angeblich „fairen“ Preisen. Nein, freuen wir uns, wenn die Börse wieder einmal zu Euphorie und Übertreibungen neigen sollte. Wir wissen ja jetzt, wie damit umzugehen ist!

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