Kutzers Corner
Keine Angst mehr vor der T-Aktie

Vom „Aufstand der Aktionäre“ und einem „Mammutprozess ohne Beispiel“ künden heute die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse, denn die Deutsche Telekom steht jetzt vor Gericht. Ein spannender und wichtiger Vorgang, keine Frage. Ich befürchte nur, dass er schon bald zum Randereignis verkümmern wird.

Allein die Quantität des zu prüfenden Materials überflutet die Justiz förmlich. Der Prozess – er kann angesichts der zu erwartenden Gutachten und Revisionsverfahren Jahre, viele Jahre dauern. Und der Ausgang ist völlig offen, es lohnt sich nicht einmal darüber zu spekulieren. Erfahrene Juristen bescheinigen den Klägern eher geringe Chancen.

Bleiben wir beim Faktor Zeit: Wegen des Umfangs und der Komplexität der Ermittlungen kommen Verfahren dieser Art oft zu spät, es fehlt die zeitliche Nähe zum Geschehen. Auch wenn es um viel Geld geht, der Telekom-Prozess (besser: die Telekom-Prozesse) sind ein Stück Vergangenheitsbewältigung und sollten die Zukunft des Unternehmens wie seiner Aktie nicht belasten.

Unabhängig vom späteren Ausgang darf ein solcher Prozess auch die Erkenntnis nicht verdrängen, dass wir kritischere, besser aufgeklärte Anleger brauchen, die sich von Banken und anderen Beratern nicht ohne weiteres in eine Aktie hineindrängen lassen. Heute? Die T-Aktie steht auf dem meisten Empfehlungslisten weit oben, gilt Analysten fast durchweg als „Kauf“ oder gar „starker Kauf“. Übrigens: Wären Anwaltskanzleien börsennotierte Gesellschaften – deren Aktien wären die stärkste Kaufempfehlung!

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