Kutzers Corner
Keine Angst vor den Risiken

Gibt es zu viel Optimismus, unterschätzen Anleger wieder einmal die Börsenrisiken? Skeptiker verweisen auf den derzeit extrem niedrigen Volatilitäts-Dax und andere Indikatoren der Sorglosigkeit. Kehren Leichtsinn und Euphorie tatsächlich zurück?

Deutschlands Aktienfans, jedenfalls die Privaten, brauchen sich derartige Vorhaltungen nicht machen zu lassen. Optimismus ja, aber die Zahl der Optimisten ist eher noch zu gering. Was das heißt, wurde am vergangenen trüben November-Samstag klar – auf dem alljährlich von Studenten initiierten „Börsentag“ in Frankfurt. Überall interessiertes Gedränge, an den Ständen der Finanzdienstleister und in den Vortragssälen. Allerorten standen die Chancen – was sonst – im Mittelpunkt, wurden neue Produkte und Handelsmöglichkeiten angepriesen. Gierige Mienen waren aber kaum zu beobachten.

Zwar wurden von namhaften Anlageexperten bemerkenswert zuversichtliche Prognosen gestellt – bemerkenswert weniger wegen der Kursziele sondern mehr wegen der Marktbreite: US-Aktien lohnen sich wieder, europäische Aktien sowieso, Schwellenländer sind ein Muss, Rohstoffe bleiben langfristig hoch interessant – Öl vielleicht weniger. Bei Anleihen sollte man freilich schon ganz genau hinschauen (Wandelanleihen empfohlen).

In der dramatisch überfüllten Abschlussveranstaltung des Tages schienen aber auf einmal Inflationssorgen und Wechselkursrisiken die Diskussion zu beherrschen – bis es dem prominenten Chefanalysten einer großen Kapitalanlagegesellschaft zu viel wurde: Private Anleger, so seine Beobachtung, würden Chancen wieder einmal verpassen, wenn sie sich angesichts der Risiken vor rechtzeitigen Engagements abschrecken ließen.

Und: Es komme eben darauf an, die Risiken zu kennen und seine Strategie im Rahmen der Vermögensstreuung entsprechend aus zu richten. Recht hat er. Von einem Run deutscher Privatanleger auf Aktien oder Rohstoffe kann bisher ja keine Rede sein. Mit anderen Worten: Mutig mitmachen, denn die Märkte haben weiterhin einiges Potenzial, aber nicht überängstlich mit dem Sparbuch in der Hand zuschauen! Für mich einmal mehr Gelegenheit, einen wichtigen Appell zu wiederholen: Dabei sein ist nicht alles, denn man muss auch das Verkaufen lernen!

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