Kutzers Corner
Keine Angst vor neuen Aktien

Kapitalerhöhungen eine schwere Belastung für unseren Aktienmarkt? Nein, nicht unbedingt. Gerade jetzt werte ich Eigenkapitalmaßnahmen als eine wichtige Belastungs- und Bewährungsprobe für die Börse.

Deshalb sind Zeitungsberichte, wonach sich die Münchner Rück bis zu 4 Mrd. Euro beschaffen will, um auf Druck der Rating-Agenturen die Eigenkapitalbasis weiter zu stärken, durchaus keine schlechte Nachricht für Aktionäre.

Bei der Gelegenheit sei noch einmal an folgende Erfahrung erinnert: Ist der Aktienmarkt in einer labilen Verfassung und/oder die jeweilige Branche bei Anlegern gerade nicht begehrt, dann wird eine Kapitalerhöhung als zusätzliche Belastung empfunden. Umgekehrt freut sich die Börse, wenn neue Aktien in ein positives Marktumfeld hinein kommen und der Emittent zu den aktuellen Favoriten gehört. Dann sind selbst spontane Kursabschläge kein schlechtes Zeichen. Voraussetzung ist freilich, dass der Aktienmarkt nicht zu viele große Kapitalmaßnahmen in zu kurzen Zeitabständen verdauen muss und die Preise der jungen Aktien nicht überreizt werden.

Kein gutes Zeichen wäre es, wenn das laufende Jahr tatsächlich ohne Neuemissionen (IPO) zuende gehen sollte, wie heute spekuliert wird. 2003 wäre dann das erste Jahr ohne Börsengang seit 1968! Ich teile die Auffassung von Emissionsberatern nicht, die einerseits darauf hinweisen, dass zwar viele börsenreife Unternehmen bereit stünden, doch der Markt noch nicht aufnahmefähig für neue Aktiengesellschaften sei. Das ist doch Unsinn! Gerade jetzt könnte ein – sagen wir: mittelgroßer – Emittent mit gutem Namen und solidem Geschäftsmodell starke Beachtung finden, wenn er sich in der Öffentlichkeit gut verkauft, dabei aber einen aktionärsfreundlichen Ausgabekurs anbietet.

Mein Appell an die Börsenkandidaten: Gehen Sie an die Börse – möglichst bald!

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