Kutzers Corner
Keine Europa-Börse? Kein Problem!

Europa rückt enger zusammen – das gilt auch für seine Kapitalmärkte. Seit vielen Jahren schon arbeitet Brüssel an der Schaffung eines „integrierten“ Kapitalmarkts. Das alles andere als leichte Vorhaben kommt auch voran. Nur: Von einer Europa-Börse sind wir weit entfernt, heute vielleicht weiter denn je. Ist das bedauernswert?

Insider wissen, dass die Konzentration der mehr als 30 organisierten Handelsplätze auf eine einzige Börse nie als Ziel galt. Klar war und ist noch immer, dass die europäische Börsenlandschaft umgebaut werden muss, um global mit vorne zu bleiben. Grenzüberschreitende Übernahmen und Beteiligungen, ja. In erster Linie ist aber eine Arbeitsteilung mit einer weit reichenden Vernetzung der nationalen Handelsplattformen angesagt.

Das erneute Scheitern eines ambitionierten Fusionsprojekts kratzt vielleicht am Image der Deutsche Börse AG – mehr aber auch nicht. Denn sie ist bärenstark und kann sich auch ohne Euronext international weiter entwickeln, wenn die Großaktionäre das unterstützen. Ich bin aber sicher, dass es in Zukunft neue Beteiligungs- und Fusionsversuche innerhalb der Gemeinschaft, aber auch international geben wird. An den erfolgreichen Aufbau einer neuen Börse durch eine Gruppe von Großbanken mag ich noch nicht so recht glauben. Dieser Ansatz, nämlich den etablierten Börsen durch eine Interbanken-Plattform Konkurrenz zu machen, ist nicht neu und noch schwerer zu realisieren als ein Euro-Börsen-Projekt. Sie als Privatanleger können diesem Geschehen gelassen zuschauen – letztlich sorgt der Wettbewerb ja für bessere Handelsbedingungen: alles wird schneller und billiger.

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