Kutzers Corner
Konjunkturprognosen (noch) kein Problem

Die Konjunkturprognosen für Deutschland ähneln der Wettervorhersage: trübe. Führende Forschungsinstitute und auch Volkswirte anderer Institutionen haben damit begonnen, ihre Erwartungen für 2005 nach unten zu korrigieren, und zwar recht deutlich.

HB FRANKFURT. Auf Hochprozentiges hatte man bisher schon nicht gehofft: Bis vor kurzem sagten die Propheten ein Wirtschaftswachstum von 1,5 bis 2 Prozent voraus, jetzt liegen die Prognosen zwischen 0,8 und 1,5 Prozent. Muss das nicht auch die Börse belasten?

Nein, es muss nicht – aber es kann im Verlauf des kommenden Jahres zum Problem werden. Zunächst einmal: Derartige Wachstumsprognosen haben traditionell einen eher geringen Einfluss auf den Aktienmarkt, weil sie oft daneben liegen und laufend korrigiert werden. Zum anderen ist heute mehr denn je zu berücksichtigen, dass ein Großteil der großen deutschen Aktiengesellschaften nicht mehr von der Inlandskonjunktur abhängig ist, weil sie global tätig sind und deshalb vom günstigen Weltwirtschaftsklima profitieren.

Hinzu kommt, dass sich viele Konzerne inzwischen fit gemacht haben für schwierige Zeiten, also bessere Bilanzrelationen und höhere Reserven vorweisen können als in der Vergangenheit. Und so blicken ausländische Anlagestrategen durchaus interessiert auf deutsche Standardwerte, wenn es um die Frage geht, welche Börsen 2005 attraktiv erscheinen. Dennoch: Die reduzierten Prozentzahlen bei den Wachstumsprognosen müssen ernst genommen werden, denn sie machen Investoren klar, dass unsere Wirtschaft insgesamt nach wie vor unsicher und kraftlos ist.

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