Kutzers Corner
Kurs-Zuckungen entzücken die Zocker

Angst vor langfristiger Unsicherheit, Spaß am Spiel oder die Rückkehr der ach so schwer zu unterdrückenden Gier? Was auch immer, die Zahl der am betont kurzfristigen Handeln interessierten Privatanleger nimmt zu. Auf den zur Zeit zahlreichen Anlegerveranstaltungen geben sie sich zu erkennen.

Aha, die Spekulanten? Nein. Denn für die ist das Kasino die Alternative, sind Rot und Schwarz die Konkurrenten heißer Aktientipps. ´Der Trader von heute, und es gibt ihn in durchaus unterschiedlicher Ausprägung, geht systematisch vor, ist bestens vorbereitet, handelt professionell. Charts als Entscheidungsgrundlage sind ebenso selbstverständlich wie modernste Kommunikationswerkzeuge. Ohne Online und Realtime wären schnelles Rein und Raus undenkbar. Doch reicht das nicht aus. Anders als etwa bei der Fondsanlage will der Privat-Trader in aller Regel sein Geld nicht einem Vermögensverwalter anvertrauen, sondern selbst aktiv handeln. Dazu muss er aber mindestens zwei Voraussetzungen mitbringen: entsprechendes Know-how und ausreichend Zeit.

Spätestens an dieser Stelle sei der warnende Zeigefinger erhoben. Es mag fortgeschrittenen Anlegern besonders reizvoll erscheinen, nach den Erfahrungen mit den Hochs und Tiefs von Aktien, Anleihen und Investmentfonds in den täglichen Paternoster einzusteigen. Schließlich lockt ja die Aussicht auf das ganz schnelle Geld, innerhalb von wenigen Stunden, zumindest wenigen Tagen. Kurzfristige Kurszuckungen entzücken die Zocker.

Der Interessent muss allerdings die dafür geeigneten Instrumente spielen können, das sind vor allem die „heißen“ Produkte unter den Derivaten (z.B. spezielle Optionen bzw. Optionsscheine). Aktien, Rohstoffe, Währungen? Alles ist möglich, doch spielt das zugrunde liegende Objekt der Begierde (Underlying) nur eine untergeordnete Rolle. Jetzt wird’s erst recht heikel: Ohne eine klare Marktmeinung macht systematisches Traden keinen Sinn. Der kurzfristige Privatanleger muss nicht nur mit Volatilitäten und Hebeln umgehen können, sondern sich auch an den Märkten selbst auskennen. Abgesehen davon ist ein Höchstmaß an Disziplin erforderlich.

Meine Empfehlung: Machen Sie den Selbsttest, bevor Sie ein Trader werden wollen. Und wenn Sie zweifeln, lassen Sie’s sein!

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