Kutzers Corner
Mehr Transparenz, weniger Neid

Es gibt gewiss Wichtigeres als die Bezüge deutscher Top-Manager. Die selbst müssen aber einen Schritt nach vorn tun, um zu einer Beendigung der öffentlichen und politischen Diskussion beizutragen.

Die Forderung liegt längst auf dem Tisch: Offenlegung der individuellen Gehälter, Boni und Pensionsanwartschaften. Im Ausland (z.B. in Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und in den Niederlanden) ist es Pflicht, Vorstandsbezüge im einzelnen und nicht nur als Gesamtsumme auszuweisen. Bei uns wehren sich die meisten Konzerne noch gegen entsprechende Empfehlungen von Börsenrechtlern, der Corporate-Governance-Kommission und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Weit mehr als die Hälfte der 30 Dax-Unternehmen stellt sich an dieser Stelle stur. Doch macht solche Trotzköpfigkeit keinen Sinn, im Gegenteil, der politische Druck wird noch größer. Und am Ende, das wäre allerdings bedauerlich, käme es zu einer gesetzlichen Regelung.

Erfreulich ist, dass es einige prominente Transpa-renz-Vorreiter gibt, wie zum Beispiel Deutsche Bank und Deutsche Telekom. Positiv auch: Die von den Gegnern befürchtete Nivellierung der Managergehälter ist überhaupt nicht zu sehen: Zahlte die größte Bank ihren Vorständen für 2003 durchschnittlich 3,7 Mill. Euro pro Kopf, so waren es beim Tabellenletzten Lufthansa schlappe 433 000 Euro. Wichtiger als die absolute Höhe ist aus Aktionärssicht aber die Frage, ob sich die jeweiligen Unternehmensergebnisse auch in den Vorstandsetagen widerspiegeln. Das ist bis jetzt nicht überall so, wie die jüngste DSW-Studie zeigt.
Mehr Transparenz wird für weniger Neiddebatte sorgen, davon bin ich überzeugt!

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