Kutzer´s Corner
Mit dem Dax in die Weltliga

Der Versuch, das Gedächtnis durch Archivmaterial zu unterstützen, führt zu einem verblüffenden Ergebnis: Die Geburt des Dax vor 15 Jahren verlief überhaupt nicht spektakulär, ja sie war selbst für die Fachmedien nur ein Ereignis am Rande.

Heute wissen wir, dass es ein historisch wichtiges Ereignis war. Denn nach einiger Zeit verstummten spöttische Bemerkungen, wie sie insbesondere aus dem Ausland lange geäußert worden waren: „In Deutschland gibt es mehr Aktienindizes als Aktien.“ Das Bild hat sich verändert: Unser Aktienmarkt hat die Provinzialität verlassen, spielt in der Weltliga. Und der Deutsche Aktienindex gehört zu den international am meisten beachteten Indizes.

Warum die inzwischen so erfolgreiche Dachmarke des deutschen Börsenwesens damals ohne Pauken und Trompeten eingeführt wurde, hat wohl mehrere Gründe. Zum einen sei daran erinnert, dass es nur wenige Monate zuvor einen historischen Aktien-Crash gegeben hatte, den „Schwarzen Montag“ 21. Oktober 1987.

Andererseits galt der neue, internationalen Maßstäben angepasste Index nur als eine Maßnahme der diversen Börsenreformbestrebungen – hierzu zählten Pläne der Handelszeitverlängerung, Konzentration der Börsenplätze und Einführung einer Terminbörse.

Ein voller Erfolg war gewiss auch die Namensfindung – was man der Deutschen Börse bei späteren Kreativschöpfungen nicht in jedem Fall bescheinigen kann. In der Natur ist der zur Familie der Marder gehörende Dachs (meles meles) nur selten zu sehen. Am Kapitalmarkt hingegen ist er allgegenwärtig und hat die tierische Börsensymbolik bereichert.

Ob es ihn nach weiteren 15 Jahren noch geben wird, ist fraglich. Wenn ja, wird er höher stehen als heute – wetten, dass ...?

Machen Sie’s gut – bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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