Kutzers Corner
Nicht blind den "Bullen" folgen

Internationale Investoren interessieren sich wieder für deutsche Aktien und Analysten korrieren ihre Dax-Prognosen nach oben. Sie setzen auf eine Stimmungsbesserung im Lande, die mit einem Regierungswechsel kommen soll. Doch darauf zu setzen, ist riskant.

„Der Pessimismus schwindet“, berichtete vorhin das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschafts- forschung. Denn der ZEW-Indikator der Konjunkturerwartungen hat sich im Juni stärker als erwartet erholt. Das passt in die aktuelle Landschaft, denn die Bullen sind auf die Börsenweide zurückgekehrt, seitdem man auf einen Regierungswechsel durch vorgezogene Neuwahlen hoffen darf.

Vor allem internationale Investoren interessieren sich wieder zunehmend für deutsche Aktien – zumal die ohnehin als relativ niedrig bewertet gelten. Und immer mehr Analysten korrigieren ihre Dax-Prognosen nach oben, zum Teil recht deutlich, denn sie setzen auf eine weitere Stimmungsbesserung im Lande, weil die erwartete Regierung Merkel es schon richten werde, also zügig die dringend notwendigen Reformen durchführen werde. Die Optimisten packen noch ein paar Argumente dazu, wie zum Beispiel die günstige Gewinnentwicklung deutscher Großunternehmen, die anhaltend extrem niedrigen Zinsen und die Schwäche des Euros.

Gerade die Wechselkurse zeigen aber, wie unterschiedlich, ja widersprüchlich einzelne Faktoren wirken können: Anhaltende Schwäche der Gemeinschaftswährung kann auch Vertrauensverlust signalisieren, Rückzug von internationalem Kapital. Überhaupt: Neben der tiefen Europa-Krise sollten Sie als Anleger den Ölpreis nicht aus dem Auge verlieren, auch wenn dessen Gefahr ständig herunter gespielt wird. Und auf eine innenpolitische Wende zu setzen, die zum vielzitierten „Ruck“ führen wird, ist zumindest aus heutiger Sicht naives Wunschdenken. Deshalb, nach wie vor: Vorsicht!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%