Kutzer´s Corner
Nicht der Euro ist das Sorgenkind

Will unser Kanzler wirklich keinen Einfluss auf die unabhängige Europäische Zentralbank nehmen?

Ist er vielleicht sogar so clever und weiß, dass schon seine Forderung nach einer internationalen Aktion gegen die Dollarschwäche den gewünschten Erfolg im Devisenhandel haben kann? Nun gut, Gerhard Schröder sollte mit Präsident Bush ruhig über Zinssenkung und Wechselkurse reden, wie heute in einem Financial-Times-Interview zu lesen ist. Gleichzeitig muss aber jeder Versuch staatlicher Eingriffe in Marktmechanismen kritisch beäugt werden, denn gerade unsere Regierung beweist sozusagen am laufenden Band ihre Unfähigkeit zur Schaffung der für die Wirtschaft notwendigen Rahmenbedingungen. Außerdem wirken offizielle Wechselkursinterventionen von Notenbanken erfahrungsgemäß nur vorübergehend. Schließlich kann es doch nicht Aufgabe der EZB sein, etwas gegen die Schwäche des Dollars zu tun, der unter den wachsenden amerikanischen Defizitsorgen leidet. Es gibt subtilere Formen, die Märkte zu lenken – wenn diese bereit dafür sind! Die Notenbanken kennen und praktizieren diese längst. Deshalb hat der Euro-Aufschwung inzwischen auch sein Momentum verloren.

Ihnen, den Anlegern, empfehle ich zum wiederholten Mal Gelassenheit. Denn wir haben kein Inflations- und kein Zinsproblem, und die Wechselkurssorgen sind auch noch nicht gravierend. Wichtiger auch für die Kapitalmärkte wäre, dass Schröder und Bush endlich ihre Hausaufgaben machten!

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