Kutzers Corner
Tiefe Krise, hohe Kurse

Was vor wenigen Tagen von Spitzenpolitikern noch herunter gespielt wurde, liegt seit dem Wochenende wie dichter Nebel über ganz Europa – die Krise. Die Rückschläge auf die Schwachstellen Verfassung und Finanzierung sind noch zu frisch, um optimistische Blicke nach vorn zuzulassen. Schlimmer noch: Die bisher auf Expansion programmierte Gemeinschaft droht zu zerbrechen – welche Folgen das für die Wirtschaft hätte, lässt sich heute kaum konkretisieren.

Die Finanzmärkte haben die politischen Europa-Turbulenzen bisher mit relativer Gelassenheit begleitet, der Schwächeanfall der Gemeinschaftswährung blieb milde. Und ausgerechnet in Deutschland, wo parallel eine schwere innenpolitische Krise zu verkraften ist, signalisieren steigende Aktienkurse das Prinzip Hoffnung: Es kann jetzt nur noch besser werden. Denn „Krise“ bedeutete ursprünglich einmal den Höhe- und Wendepunkt einer Krankheit.

Der Optimist würde dahinter gerne ein Ausrufezeichen setzen. Doch sind die Krisen, die europäische wie die deutsche, tatsächlich schon so tief, dass Besserung absehbar ist? Wahrscheinlich nicht, denn es kann noch schlimmer kommen. Und weitere Fragezeichen dürften Spuren auch in den Börsenkursen hinterlassen. Die entscheidende Frage der kommenden Tage und Wochen wird sein, wie sich die internationalen Investoren verhalten: Bei einem Rückzug ausländischen Kapitals geriete Europa ins globale Abseits.

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