Kutzer´s Corner
Verhaltener Jubel an den Börsen

Noch immer beklagen Betroffene erbost, dass sie von den Anlageberatern und Analysten im Stich gelassen worden seien, als die Börse ab Frühjahr 2000 kippte.

Die tiefen Wunden des Aktiencrashs sind bis heute noch nicht verheilt. Deshalb steht auch die bange Frage im Raum: Kann so etwas bald wieder passieren? Die Antwort ist ein klares „Nein“. Natürlich können die Kurse in die Knie gehen (was ich im Moment nicht befürchte), aber an Vorsichtshinweisen und Warnungen herrscht inzwischen kein Mangel mehr – das haben alle gelernt. Im Gegenteil, seit der kraftvollen Erholung in diesem Jahr begleiten uns tagtäglich die Skeptiker und Kassandras, wird für Alternativen wie zum Beispiel Gold und andere Rohstoffe geworben.

Seit dem Platzen der „Neuer-Markt-Blase“ sind diese Organe zu einem geradezu urologischen Thema der Pessimisten geworden. Ich favorisiere daher eher den Begriff „Ballon“ – etwa bei der Staatsverschuldung oder auch bei der aktuellen Bewertung von amerikanischen Technologiewerten. Skeptische Volkswirte befürchten zudem, dass sich die Konjunktur nur vorübergehend aufbläht, bevor ihr schon 2004 wieder die Luft ausgehen wird. Egal wie’s kommt: Niemand wird hinterher behaupten können, man hätte ihn auf die allgemeinen Marktrisiken nicht aufmerksam gemacht.

Nach meiner Einschätzung präsentiert sich unsere Börse nach wie vor in einer sehr guten Verfassung. Denn es gibt keine Anzeichen der Euphorie, abgesehen von einzelnen Übertreibungen. Institutionelle Großanleger bleiben vorsichtig und realisieren immer wieder Kursgewinne; Privatanleger sind sogar noch unterinvestiert, weil sie dem Aktienmarkt noch nicht trauen. Der Börsenjubel ist verhalten. Das ist gut so.

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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