Kutzer's Corner
Was heißt denn "antizyklisch"?

Was ist das beste Erfolgsrezept für die Börse? Ganz einfach, werden Sie vielleicht sagen: zu niedrigen Kursen kaufen, zu hohen Kursen verkaufen. Wenn das nur so einfach wäre - denn, was ist niedrig, was ist hoch?

Angeblich erfolgreiche Anleger sehen das dynamisch und behaupten immer wieder, man müsse bei fallenden Kursen kaufen und bei steigenden verkaufen. Spätestens jetzt wird gerne von "antizyklischem" Verhalten gesprochen: Folgen Sie nicht der Masse, sondern machen Sie genau das Gegenteil. Doch: Wer ist heutzutage die "Masse", werden die Kapitalmärkte doch längst von relativ wenigen großen Spielern beherrscht? Nein, ich kann mich der antizyklischen Empfehlung für die aktive Aktienanlage nicht anschließen, den die Rechnung geht oft nicht auf, sondern bin ein Freund von "The trend is your friend". Denn sinnvoller als gegen den Trend zu handeln ist es, dem Trend zu folgen und Trendwechsel rechtzeitig zu erkennen.

Über diese Strategie sollten auch deutsche Versicherungsgesellschaften nachdenken, die eine Aufbesserung der Renditen für ihre Kundengelder dringend benötigen. Doch sind die Wunden aus dem Aktiencrash noch nicht verheilt, denn eine Umfrage hat ergeben, dass die durchschnittliche Aktienquote viel niedriger als im Jahr 2000 ist. Dass die Versicherer den nun schon mehr als drei Jahre währenden Aktienboom großenteils verpassen, hat allerdings nicht nur etwas mit Ängstlichkeit zu tun, sondern auch mit den strengeren Regeln der Finanzaufsicht. Daraus entsteht aber auch Fantasie für die Zukunft, denn: Steigen die Kurse weiter, gibt es mehr Käufer, gibt es mehr Käufer, dann steigen die Kurse weiter ...

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