Kutzer's Corner
Was tun bei Deflation?

Gestern Abend, eine Sparkassenveranstaltung im Ruhrgebiet, 150 gut betuchte private Anleger. "Was soll ich mit meinem Geld machen?" fragt ein Freiberufler im Ruhestand nach dem Vortrag.

Der Senior kann es sich leisten, gelassen zu bleiben. Dennoch macht er sich Sorgen über die zunehmende Deflations-Diskussion, denn Sachwerten wie Immobilien und Aktien droht ja weiterer Wertverlust. Wohin mit frischen Mitteln, wenn man - wie er - längst in einem schönen Haus wohnt, in diversen Fonds investiert ist und zudem höhere Beträge zinsbringend geparkt hat - und wenn keine Kinder oder Enkel auf langfristige Sparpläne als Starthilfe warten?

Vielleicht wieder ein bisschen mehr am Aktienmarkt spekulieren, so nebenbei. Aber im übrigen gilt Cash jetzt als fesch, glauben auch andere Anleger, die der Börse trotz bitterer Erfahrungen treu bleiben wollen. Nein, wir haben noch keine Deflation wie die Japaner. Aber die Gefahr einer derartigen Wirtschaftskrise ist zweifellos gewachsen. Besonders fatal ist, dass wir - im Gegensatz zur Inflation - keine Erfahrung mit der Bekämpfung einer Deflation haben; das gilt für die Regierung wie für die Zentralbank.

Was geschieht aber, wenn alles immer billiger wird und keiner kauft es? Im Januar habe ich auf diese Frage noch beruhigend geantwortet: Nein, so weit wird es bei uns nicht kommen. Inzwischen fehlt mir diese Überzeugung. Und wer deshalb der Vermögenssicherung den Vorrang vor möglichst hohen Renditen gibt, der kommt an einer Übergewichtung von Anleihen im Depot nicht vorbei. Daneben empfehle ich aber allen, die es sich leisten können, nicht nur zu sparen, sondern auch ihre Rolle als Konsumenten einzunehmen: Tun Sie was gegen die Deflation und beleben Sie den Einzelhandel.

Und machen Sie?s gut, bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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