Kutzer´s Corner
Weniger reden, mehr handeln

Dass in der Politik ständig reflektiert, lamentiert, spekuliert, diskutiert, lanciert, kolportiert, provoziert und das dann auch ungeniert publiziert wird – das gehört dazu, gehört zum politischen Geschäft. Dass auch das Wirtschaftsleben immer stärker durch eine in der Öffentlichkeit ausgetragene Meinungsbildung geprägt wird, hat jedoch seine Schattenseiten.

Verantwortlich für diesen Trend sind die von uns allen herbei gerufenen Geister wie Transparenz, Aufklärung und Unternehmenskontrolle. Hinzu kommt der härter gewordene Wettbewerb in der Medienbranche, der uns Journalisten zur Jagd auf Exklusivität anspornt. Dieses Umfeld wird von den Interessenvertretern aus der Wirtschaft zunehmend genutzt, um noch unausgegorene Neuigkeiten im eigenen Interesse gezielt zu streuen.

Ausgerechnet unsere Finanzwirtschaft, in der Diskretion besonders groß geschrieben werden sollte, steht seit Wochen und Monaten immer wieder im Zentrum öffentlicher Diskussionen: Neben den Gerichtsterminen wird fast täglich über Fusionen laut nachgedacht bzw. wird dazu Veröffentlichtes dementiert, werden Börsengänge unterstützt und zugleich in Frage gestellt, sorgen selbst seriöseste Institutionen wie die Deutsche Bundesbank für skandalträchtige Schlagzeilen.

Und die volkswirtschaftlich bedeutsame Postbank-Emission droht förmlich zerredet zu werden. In diesem Land wird einfach zu viel geschwätzt und zu wenig getan. Meine Empfehlung an die Finanzindustrie: Überlassen Sie die Megaphone den öffentlichen Demonstranten und demonstrieren Sie mehr Professionalität!

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