Kutzers Corner
Weniger Zeit, mehr Dax

Manchmal kann man das Rad doch zurückdrehen, zumindest ein bisschen.

Das ist gut so, vor allem dann, wenn es alle Kräfte so wollen – wenn sich die Kräfte des Markts durchsetzen, wie bei der Verkürzung des Xetra-Handels auf 17.30 Uhr ab 3. November. Der Rückschritt wird allgemein als Fortschritt empfunden.

Aber niemand weiß heute, wie lebhaft der Abendhandel künftig noch sein wird – wenn überhaupt –, denn im Saal, auf dem Parkett, geht es ja unverändert weiter bis 20.00 Uhr, nicht nur an den Regionalbörsen, die sich schon die Hände reiben, sondern auch hier in Frankfurt. Was etwa passiert bei uns, wenn in Wall Street abends der Teufel los ist? Sind bei uns dann überhaupt noch genügend Händler in den Büros? Übrigens: Den Dax gibt’s dann nach 17.30 Uhr nicht mehr grafisch auf der großen Anzeigetafel, sondern nur noch in den Zahlenkolonnen und nur noch minütlich.

Apropos Dax: Weniger Handelszeit, aber mehr Dax – wie das? Nun, die Familie des Deutschen Aktienindex hat schon einige Dutzend Kinder, wenn man alle M-,C-, S-,T- und V-Daxe und die Nemaxe zusammen zählt. Jetzt kommen für den Späthandel, also nach Xetra-Schluss, die L-Daxe hinzu. Das „L“ steht für „Late“. Und dann gibt es natürlich auch einen L-MDax, L-SDax usw.

Auch die Eurex-Handelszeit wird wohl auf 17.30 Uhr verkürzt. Aber was heißt eigentlich kurz? Ich kann man mich noch an die Zeiten erinnern, als es Börse in Deutschland nur mittags gab, für anderthalb bis zwei Stunden. So weit wird das Rad nicht mehr zurück gedreht. Denn was vor 30 Jahren an Aktien in einem ganzen Jahr gehandelt wurde, setzt die Börse heute manchmal an einem einzigen Tag um! Ich glaube, der Börsenalltag wird für uns alle nach dem 3. November nur vordergründig einfacher – aber schau‘n wir mal!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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