Kutzers Corner
Wenn und wann?

Für Börsianer ist es nichts Besonderes, wenn schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft positive Reaktionen der Aktienkurse auslösen.

Zu beobachten ist dieses Phänomen vor allem bei der Ankündigung von Umbaumaßnahmen in Großunternehmen (Verkauf von Beteiligungen, Schließung unrentabler Produktionen, Massenentlassungen), denn die Börse blickt in die Zukunft und geht davon aus, dass die Aktiengesellschaft anschließend besser da steht. Trotz dieser Erfahrung hat es – ungewollt – etwas von Zynismus, dass ausgerechnet am Tag nach Karstadt und Opel eine umfangreiche Studie der Deutschen Bank zu Globalisierung und Börse vorliegt, in der es zusammenfassend heißt: „ ...in der nächsten Stufe des Globalisierungsprozesses versuchen die Unternehmen, die Arbeitskosten in Deutschland zu reduzieren. Dabei werden die im Ausland aufgebauten Produktionskapazitäten als Druckmittel gegenüber den Mitarbeitern im Inland ausgenutzt. Eine Reduzierung der Personalkosten in Deutschland kann so für einige Dax-Unternehmen zu einer neuen Quelle der Wertschöpfung werden.“

Ob es einem passt oder nicht: Bad News für die Arbeitnehmer können good News für die Aktionäre sein. Die zentrale Botschaft dieser Analyse ist aber, wie stark sich unsere Konzerne inzwischen international aufgestellt haben: Schon 2003 entfielen weniger als ein Drittel des Umsatzes der Dax-Unternehmen auf Deutschland! Aber obwohl Siemens & Co. sich im Fahrwasser des relativ kräftigen Weltwirtschaftswachstums bewegen, sind sie fundamental noch niedrig bewertet – im historischen wie im internationalen Vergleich. Das lässt den Schluss zu, dass deutsche Standardwerte überdurchschnittliches Kurspotenzial nach oben besitzen, wenn sich an den Börsen wieder ein Aufwärtstrend einstellt. Wann das sein wird...?

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