Kutzer's Corner
Wenn's ums große Geld geht

Auch unsere Top-Manager haben Vorbilder: Wenn?s ums eigene Geld geht, dann wird Kritikern gerne mit dem Hinweis auf die noch viel höheren Bezüge amerikanischer Kollegen begegnet. Das dürfte bald vorbei sein.

Denn in den USA, im früheren Musterland modernen Managements, herrscht mittlerweile massive Verärgerung über die exzessive Selbstbereicherung der Lenker großer Börsengesellschaften. Vermögensver-walter und Analysten reagierten mit tosendem Beifall auf die Forderung, "die Spirale nach oben zu brechen".

Das Thema "Compensation" wird überall in Amerika sehr kritisch diskutiert. Dabei geht es durchaus nicht nur um den Missbrauch von Aktienoptionen, sondern auch um die absolute Höhe der Einkommen. Mich hat beeindruckt, was der frühere Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC, Richard Breeden, formulierte: Die Entwicklung der Managementgehälter sei ein Symptom und Warnsignal für viele Skandale gewesen. Und sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Diskussion über die Corporate Governance, also über neue Normen für die Unternehmensleitung und-überwachung.

Die Amerikaner wollen jetzt mehr Aktionärsdemokratie bei der Vergütung des Managements. Es soll eine Ver-knüpfung mit dem Unternehmenserfolg, dem Share-holder Value geben. Es wird aber auch über eine Form von Proportionalität - etwa zum Durchschnittseinkommen der Mitarbeiter - nachgedacht. Hierzulande fehlt bisher leider noch ausreichende Transparenz zum Einkommen der Unternehmensvorstände. Das kann nicht mehr so weiter gehen. Das Schlimmste wäre freilich, wenn der Gesetzgeber einschreiten würde. Es ist die Aufgabe der Vorstände, Aufsichtsräte und Aktionäre, Fehlentwicklungen zu korrigieren und damit neues Vertrauen zu bilden.

Machen Sie?s gut - bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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