Kutzers Corner
Wieso denn Zinssorgen?

Mit den besser werdenden fundamentalen Wirtschaftsdaten und -prognosen wachsen jetzt die Sorgen über eine 2004 drohende geldpolitische Wende. Solche Skepsis ist aber übertrieben, zumindest verfrüht.

Wer wird gewinnen: reifende Zuversicht oder aufkeimende Ängste? Gewiss, Vorsicht ist die Mutter des Anlageerfolgs. Aber nur wer (vorsichtig) optimistisch ist, ist auch zur Geldanlage bereit – damit sind die "Wir-fliehen-ins-Gold-Pessimisten" nicht angesprochen. Mit den besser werdenden fundamentalen Wirtschaftsdaten und -prognosen wachsen jetzt die Sorgen über eine 2004 drohende geldpolitische Wende, und zwar zunächst in Amerika, dann in Europa. Damit ist der Zinsanstieg zu einem Risikofaktor für die Aktienbörse geworden, neben dem Konjunkturverlauf, der US-Verschuldung und den Wechselkursen. Solche Skepsis ist aber übertrieben, zumindest verfrüht.

Noch ist völlig offen, ob und wann die amerikanische Notenbank tatsächlich die Zügel straffen wird. Ungeachtet dessen haben die Märkte mögliche erste Schritte schon vorweg genommen. Die Propheten bereiten ihre Gemeinde bereits auf weiter steigende Renditen, etwa auf 5 bis 5,25% für zehnjährige US-Treasuries, vor. Aber das wäre doch kein Drama. Und jenseits wie diesseits des Atlantiks wäre auch dieses Niveau immer noch niedrig, historisch betrachtet.

Zudem lehrt die Erfahrung, dass erste Anhebungen von Leitzinsen ein weiteres Ansteigen der Aktienkurse nicht verhindern müssen – kritisch wird es erst bei einem nachhaltigen monetären Kurswechsel. Deshalb können gelassene Aktien-Fans zumindest diesen Faktor erst einmal außer Acht lassen, auch wenn er in den kommenden Monaten noch intensiver diskutiert werden sollte. Mehr Sorgen müssen sich solche Anleger machen, die immer noch mehr Anleihen als Aktien im Depot haben.

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