La Coruña fordert mehr Geld
Riesen-Hick-Hack um Makaay

Erstes Training, erstes Tor - aber spielen darf Roy Makaay für den FC Bayern München immer noch nicht. Trotz letzter Komplikationen im Transfer-Theater mit Deportivo La Coruña, das zusätzlich zur angeblichen Ablösesumme von 17,7 Mill. ? unter anderem einen Ausbildungs-Nachschlag von rund 850 000 ? verlangt, konnten 1000 Fans den neuen Superstar der Fußball- Bundesliga am Donnerstag endlich erstmals im Trikot des deutschen Rekord-Meisters bewundern.

HB/dpa MÜNCHEN/LA CORUNA. "Roy hat einen guten Einstand gehabt. Die Mannschaft freut sich, dass er endlich da ist", erklärte Trainer Ottmar Hitzfeld nach der lockeren Übungseinheit: "Man sieht, dass er ein Torjäger ist."

Allerdings erhielt das Ringen um den Millionen-Transfer neue Spannung: La Coruña meldete am Donnerstag den Stürmer überraschend für die Qualifikation zur Champions League. Dies ist im Grunde nur eine Formalität; denn die Meldeliste entscheidet noch nicht darüber, für welchen Club Makaay in der europäischen Elite-Liga spielen darf. Den Spaniern dürfte es für allem darum gegangen sein, die Münchner ein wenig zu ärgern und sie im Transfer-Streit unter Druck zu setzen.

Die Bayern ließen ihre neue Nummer zehn auf eigenes Risiko ohne Versicherungsschutz mittrainieren, weil Makaay möglichst schon im Heimspiel am Samstag kommender Woche gegen den VfL Bochum sein Punktspiel-Debüt feiern soll. Scheitern könne der Wechsel nicht mehr, versicherte Hitzfeld: "Der Vertrag ist perfekt. Es sind nur noch Details zu klären." Auch Hoeneß gab "Grünes Licht" für eine Trainingsteilnahme des 28-jährigen Torjägers, weil "wir der Meinung sind, dass unsere Vereinbarungen mit La Coruña okay sind".

Der Angreifer selbst gab sich in einem Interview für die Online- Ausgabe des "Kicker" optimistisch: "Man hat mir gesagt, dass die Vereine an diesem Wochenende alles klären werden. Es ist ja schon ein gutes Zeichen, dass ich heute trainiert habe. Samstag in Hannover werde ich zwar noch nicht mitmischen, aber Anfang der Woche soll meine Spielberechtigung da sein." Den Wechsel nach München begründete er damit, dass sich der FC Bayern sehr lange bemüht habe: "Das zeigt das große Vertrauen, dass sie zu mir haben." Das Interesse der spanischen Clubs sei dagegen schnell erloschen.

Makaay schien sich auf Anhieb wohlzufühlen im Kreise seiner neuen Teamkollegen. Nachdem ihm jeder Bayern-Spieler von Hitzfeld und Hoeneß einzeln vorgestellt worden war, flachste er auf dem Trainingsplatz mit Michael Ballack und suchte auffällig oft den Kontakt zu Giovane Elber, mit dem er auch beim abschließenden Übungsspiel in einem Team stürmte. Ein Tor gelang ihm dabei nicht, und auch beim Torschusstraining benötigte er immerhin sechs Versuche für den ersten Treffer. Trotzdem war der erste Eindruck positiv. "Mit ihm sind wir noch besser, das ist klar. Roy ist ein lockerer Typ. Ich glaube, dass wir Spaß haben werden", meinte Sturm-Partner Elber.

Makaay selbst ließ an seinem ersten Arbeitstag zunächst ausschließlich Taten sprechen. Denn den mehreren Dutzend Reportern und Kamerateams durfte er eigentlich noch nicht Rede und Antwort stehen, weil er offiziell noch kein Bayern-Profi ist. Am Montag soll Makaay aber auf der Transferliste erscheinen und schon am Dienstag im Testspiel beim 1. FC Nürnberg mit einer Sondergenehmigung zum Einsatz kommen.

Ab dann muss auch Makaay Tore für sich sprechen lassen, denn Hitzfeld betonte: "Roy muss erst mal Leistung sprechen lassen und die anderen Top-Stürmer verdrängen." Schließlich wollen Elber und Co. nicht kampflos auf die Ersatzbank weichen: "Für Claudio (Pizarro), Roque (Santa Cruz) oder mich ist klar, dass wir noch mehr zeigen müssen", weiß Elber. Ehrfurcht vor Makaay zeigt der Brasilianer aber nicht: "In der Champions League kann auch Roy nicht alleine spielen."

Noch fehlt Makaay sogar die Spielberechtigung für die Bundesliga. Denn der Fax-Verkehr zwischen München und La Coruna ging auch am Donnerstag weiter, weil La Coruña "zusätzliche Forderungen" gestellt habe, wie Hoeneß berichtete. Das kleinere Problem stellt anscheinend die Abwicklung der Ablöse-Ratenzahlung dar. Größter Streitpunkt ist offenbar die Ausbildungs-Vergütung an die früheren Vereine von Makaay. "Die Rechtslage ist klar. Derjenige Verein, der die Ablöse bekommt, hat die Ausbildungs-Entschädigung zu zahlen", beschrieb Hoeneß die Bayern-Auffassung, die sich auf die FIFA-Statuten stützt.

Fünf Prozent der Ablöse wären demnach fällig, rund 850 000 ?. Deportivo-Präsident Augusto César Lendoiro beschrieb die Problematik aus Sicht des spanischen Erstligisten so: "Was nützt es uns, wenn die Bayern ein paar Mill. ? mehr zahlen, wir dann aber die Kommissionen und sonstige Kosten tragen müssen?" Das Feilschen geht weiter, aber Makaay selbst ist seit Donnerstag Münchner.

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