Labour büßt kräftig ein
Rechte gewinnt drei Sitze bei britischen Kommunalwahlen

Nach den Kommunalwahlen in England und Wales zieht die rechtsextreme British National Party erstmals seit neun Jahren wieder in einen Gemeinderat ein. Drei Abgeordnete der BNP bestimmen künftig über die Geschicke der nordenglischen Stadt Burnley mit. Politiker sprachen von einem schwarzen Tag.

WiWo/ap LONDON. Die regierende Labour Party erlitt bei den Wahlen vom Donnerstag geringe Verluste. Sie ist fortan mit rund 250 Mandaten weniger vertreten - insgesamt wurden rund 6 000 Abgeordnete gewählt.

Für die BNP werden künftig David John Edwards, Carol Hughes und Terence Grogan im Stadtrat von Burnley sitzen; in der Stadt kam es im vergangenen Jahr zu wiederholten Zusammenstößen zwischen asiatischen Einwanderern und Einheimischen. Es ist der erste Mandatsgewinn der BNP seit 1993.

Die Labour Party von Premierminister Tony Blair hatte einen stärkeren Einbruch befürchtet und zeigte sich mit ihrem Abschneiden weitgehend zufrieden. Trotz der Verluste ändert sich nur wenig an den Mehrheitsverhältnissen in den Gemeinderäten. Die Wahl der BNP-Abgeordneten bezeichnete ein Parteisprecher als enttäuschend. Die meisten der knapp 68 BNP-Kandidaten seien jedoch von den Wählern zurückgewiesen worden.

Nach Auszählung der Stimmen in 158 der 174 Städte und Gemeinden hat Labour 247 der bisherigen 2.745 Sitze verloren, die Konservativen errangen zu ihren 1.771 fast 180 hinzu. Die drittgrößte Partei, die Liberaldemokraten, verzeichnete einen leichten Zugewinn. Die Abstimmung galt als erster Test für die Labour Party seit deren erneutem Sieg bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr. Die Opposition hatte im Wahlkampf vor allem auf die hohe Kriminalitätsrate in einigen Städten sowie auf Mängel bei den öffentlichen Dienstleistungen aufmerksam gemacht.

Die Wahlbeteiligung lag in einigen Städten und Gemeinden weit über der vor zwei Jahren. Vor allem Kommunen, die allein auf Briefwahl setzten, meldeten eine Beteiligung von teilweise über 50 Prozent.

Insgesamt gingen die Behörden von rund 35 Prozent aus. Vor zwei Jahren waren nur 29,6 Prozent der rund 22 Millionen Stimmberechtigten an die Urnen gegangen. Deshalb hatten einige Kommunen diesmal sogar die Möglichkeit der Wahl per Internet eingeführt.

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