Labour will den Briten eine offene Einwanderungspolitik nahe bringen
Bevölkerung der Europäischen Union altert rapide

Das Szenario gleicht sich in den EU-Staaten: Nicht nur Fachkräfte werden gebraucht, sondern Arbeitskräfte überhaupt. Statistiker haben ein Zahlenwerk vorgelegt, aus dem die deutliche Botschaft hervorgeht, dass die europäische Bevölkerung altert und zahlenmäßig abnimmt. 2040 werden 47,8 % der Menschen im Vergleich zu denen, die zwischen 15 und 64 sind, älter als 65 Jahre sein. Im Jahr 2000 betrug dieser Anteil noch 24 %.

fmd/kri LONDON/DÜSSELDORF. Eurostat stellte fest, dass die EU-Bevölkerung zwar 2000 um 0,3 % leicht gestiegen ist, dass aber 70 % des Zuwachses durch Einwanderer gekommen sei. Deutschland, Griechenland, Italien und Großbritannien sind die Schlusslichter in der Statistik der Geburtenrate. Ohne Einwanderer, so Eurostat, würde die Bevölkerung in diesen Ländern schrumpfen.



In Europa ist Großbritannien am weitesten fortgeschritten in der Einwanderungspolitik. Ein Mangel an Fachkräften in den Bereichen Informationstechnologie und Gesundheitswesen bestimmt die Immigrations-Debatte. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2009 knapp 600 000 IT-Kräfte fehlen. Bereits jetzt sind ein Drittel der praktizierenden Ärzte in Großbritannien im Ausland geboren, ein Drittel aller Krankenschwestern in London wurden im Ausland ausgebildet.



Lockerungen in der Einwanderungs-Politik

Der Arbeitskräftemangel hat bereits bereits zu Lockerungen in der bisherigen Einwanderungs-Politik geführt. So dürfen seit Herbst 2000 Universitätsabsolventen aus Nicht-EU-Ländern auch ohne den Nachweis von Berufserfahrung eine Arbeitserlaubnis beantragen. Die maximale Dauer einer Arbeitserlaubnis wurde zudem um ein Jahr auf fünf Jahre ausgedehnt.



Im Jahr 1999 gingen in Großbritannien 80 000 Anträge auf eine Arbeitserlaubnis ein, von denen 90 % positiv entschieden wurden. 2000 stieg die Zahl der Anträge auf 100 000. Die Labour-Regierung ist bemüht, der Bevölkerung die positiven Aspekte einer offeneren Einwanderungspolitik nahezubringen. Nach einem Report zahlt die ausländische Bevölkerung Großbritanniens rund 10 % mehr an Steuern und Abgaben, als sie an Zuwendungen erhält. Für 1998/99 beläuft sich dieser Saldo auf 2,6 Mrd. Pfund.



"Wir sind eine Nation von Immigranten", stellt die britische Staatsministerin im Innenministerium, Babara Roche, fest. Immigrationspolitik sei zwar kein Ersatz für eine Arbeitsmarktpolitik, doch dürften diese Aspekte nicht ignoriert werden.



Italien: Konkrete Schritte zur Steuerung der Einwanderung

Die italienische Regierung hat konkrete Schritte zur Steuerung der Einwanderung unternommen. Ein im Dezember verabschiedeter Drei-Jahres-Plan sieht vor, dass in bis 2050 rund 357 000 Menschen pro Jahr aufgenommen werden sollen. Ohne sie, heißt es in dem Bericht der Regierung, müssten viele kleine und mittelständische Betriebe schließen. Gleichzeitig will Rom die illegale Einwanderung unter Kontrolle bringen.



Generell hat in den vergangen zehn Jahren die Zahl der Ausländer in den meisten OECD-Ländern zugenommen, wie aus dem Bericht "Trends internationaler Migration" hervorgeht. Während sich jedoch in Österreich, Irland, Italien, Norwegen und Portugal das Wirtschaftswachstum positiv auf die Einstellung von ausländischen Arbeitnehmern ausgewirkt habe, sei in Frankreich, Deutschland und in den Niederlanden das Gegenteil der Fall.

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