Ladenbetreiber erwarten 2005 kaum Besserung
Keiner sieht so schwarz wie der Einzelhandel

Glaubt man dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW), schaut keine Branche pessimistischer in die Zukunft als der Einzelhandel.

HB DÜSSELDORF. Bei einer Umfrage unter 43 Branchenverbänden, die das Kölner Institut vorlegte, zeichnete der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) für seine Mitgliedsunternehmen das düsterste Bild. Nicht nur die allgemeine Stimmung in den Geschäften sei schlechter als vor einem Jahr, auch die Umsatzerwartungen für 2005 bezeichnet der Verband als "etwas niedriger als 2004".

Der Glaube, dass die konjunkturelle Belebung bis zum Einzelhandel vordringt, sei inzwischen weitgehend geschwunden, heißt es zur Begründung. Zwar werden die Nettoeinkommen 2005 durch Steuerermäßigungen leicht entlastet, doch Zusatzbelastungen bei Zahnersatz und Krankengeld sowie höhere Kosten für Strom, Benzin und Gas würden diesen Einkommenszuwachs nahezu aufzehren. Hinzu komme, dass viele Beschäftigte für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes ein niedrigeres Gehalt akzeptiert hätten. Dies bremse die Konsumlust.

Der Handel rechnet deshalb nur mit geringen Investitionen. Die mageren Gewinne machten es vielen Betrieben schwer, größere Investitionsvorhaben selbst zu finanzieren. Expandiert werde ohnehin vorwiegend im Ausland, da es in Deutschland erhebliche Überkapazitäten gebe. "Fast zehn Prozent der Läden stehen gegenwärtig leer", schreibt der HDE. "Tendenz steigend."

Der Verband rechnet mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen im kommenden Jahr. Grund hierfür sei auch, dass beschäftigungsintensive Betriebe durch preisaggressive Fachmärkte verdrängt werden, die mit weniger Personal auskommen.

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