Länder sehen keine Problem für Gesundheit der Verbraucher
Weitgehende Entwarnung bei BSE und MKS

Die Gefahren infolge der Maul- und Klausenseuche und des Rinderwahns scheinen weitgehend gebannt. Der MKS-Krisenstab des Bundesverbraucherschutzministeriums zog am Sonntag in Berlin eine erste "vorsichtig optimistische" Bilanz.

ap BERLIN. Für eine vollständige Entwarnung sei es aber noch zu früh. Auch die BSE-Krise ist nach Überzeugung mehrerer Bundesländer so gut wie überwunden. Verbraucher hätten beim Verzehr von Rindfleisch nichts mehr zu befürchten. Dank intensiver Vorsorge und einer gut funktionierenden Koordination sei es gelungen, Deutschland vor der Maul- und Klauenseuche zu bewahren, erklärte der Krisenstab. Die Schutzmaßnahmen könnten aber noch nicht aufgehoben werden. Solange es in irgend einem europäischen Land zu MKS-Ausbrüchen komme, bestehe ein Restrisiko.

Dem Krisenstab zufolge wurden fast 11 000 Blutproben bei Verdachtstieren genommen. Aus Vorsichtsgründen mussten 362 Nutztiere aus heimischen Beständen getötet werden. In den Niederlanden oder Großbritannien waren es dagegen rund 6 500 Tiere. Dort war MKS ausgebrochen.

Zur BSE-Krise sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Klaudia Martini (SPD) der "Welt am Sonntag": "Wir können Entwarnung geben." Auch ihre nordrhein-westfälische Kollegin Bärbel Höhn (Grüne) verwies auf die gestiegene Sicherheit infolge der BSE-Schnelltests. Hessen und Bayern warnten dagegen davor, das Thema angesichts des schwindenden öffentlichen Interesses zurückzudrängen.

Martini erklärte, allein in ihrem Bundesland seien rund 28 000 Rinder auf BSE untersucht worden, wobei sich lediglich bei zwei Tieren ein positiver Befund ergeben habe. Zudem komme Hirn und anderes Risikomaterial nicht mehr in den Handel. Die SPD-Politikerin plädierte deshalb auch dafür, das Tiermehlverbot in der Europäischen Union wieder zu lockern.

Streit um Tiermehlverbot

Dem widersprach das bayerische Verbraucherschutzministerium. "Tiermehl gehört nicht ins Futter", sagte ein Sprecher dem "Münchner Merkur". Es gebe Informationen, wonach in Großbritannien noch 400 000 Tonnen altes Tiermehl lagerten. Dies könne leicht mit neuem, das schärferen Kontrollen unterliegen würde, vermischt werden. In der BSE-Krise könne man "mit Sicherheit nicht von Entwarnung sprechen". Bayern ist mit 32 Fällen das am stärksten betroffene Bundesland.

Auch Höhn wollte noch keine Entwarnung geben, doch auch sie hob hervor: "Dank der BSE-Schnelltests besteht für die Verbraucher erheblich größere Sicherheit." Von rund 130 000 in Nordrhein-Westfalen untersuchten Rindern hätten sich lediglich zwei als infiziert herausgestellt.

Die hessische Sozialministerin Marlies Mosiek-Urbahn (CDU) mahnte bei der Eröffnung der Fleischermesse in Frankfurt am Main einen dauerhaften Ausbau der BSE-Schutzmaßnahmen an. Das Tiermehlverbot müsse EU-weit dauerhaft und unbefristet umgesetzt werden. Zudem sei ein Verbot der Längsspaltung von Rinderwirbelsäulen nötig. Wegen Wettbewerbsverzerrungen sei dies aber nicht im nationalen Alleingang durchzusetzen.

In Hessen sind seit Freitag wieder Viehmärkte und-auktionen mit Rindern und Schweinen erlaubt. Die wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien verhängten Einschränkungen bleiben jedoch für Ziegen und Schafe vorerst bestehen.

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