Ländern muss Freiheit gelassen werden
Merkel fordert Standards für Schulabschlüsse

CDU-Chefin Angela Merkel hat nach der jüngsten Pisa-Studie bundesweite Standards für die Schulabschlüsse gefordert. "Dies muss auch bei der Benotung gelten, damit sie länderübergreifend vergleichbar werden", sagte Merkel den "Kieler Nachrichten" (Freitagsausgabe).

HB/dpa BERLIN. Zuvor hatte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Hessens Schulministerin Karin Wolff (CDU), erklärt, die mit der Untersuchung offenkundig gewordene "Beliebigkeit" bei der Notenvergabe unterstreiche die Notwendigkeit gemeinsamer Standards.

Merkel betonte, den Ländern müsse jedoch die Freiheit gelassen werden, "auf welchem Wege die Bildungsziele erreicht werden". Wolff erklärte nach der Konferenz der Kultusminister am Donnerstag, sie gehe davon aus, dass für alle Schulen verbindliche Standards bereits zum Schuljahr 2004/2005 in Kraft treten werden. Das ist deutlich früher als zunächst geplant.

In ihrem Beschluss sprechen sich die Kultusminister zudem für mehr individuelle Förderung der Ausländerkinder aus. Die PISA-Untersuchung hatte aufgezeigt, dass ein Ausländeranteil von mehr als 20 Prozent an einer Schule zu einer "sprunghaften" Verringerung des Lern- und Leistungsniveaus führen kann.

Im Streit um die Förderpläne der Bundesregierung für Ganztagsschulen bekundete die thüringische Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski (CDU) Interesse an dem Programm. "Wenn die Länder bei den Inhalten mitbestimmen können, werden wir das Angebot nicht ausschlagen", sagte sie der "Berliner Zeitung" (Freitag). Schipanski, die auch Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz ist, appellierte an Bund und Länder, in dieser Frage aufeinander zuzugehen.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bot den Ländern einen "Pakt" zur Verbesserung der Studienbedingungen an. Ein Ziel müsse sein, die Zahl der Studienabbrecher zu senken. Zudem müssten die Studierenden von den Professoren besser betreut werden, sagte Bulmahn in Berlin. Der Bildungssprecher der unionsgeführten Länder, Bayerns Wissenschaftsminister Hans Zehetmair (CSU), lehnte Bulmahns Vorstoß als Einmischung in die Länderkompetenzen ab.

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