Längere Haltefrist fehlt
Schärfere Regeln am Neuen Markt für Aktionärsschützer nicht genug

Der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) gehen die Anfang März verschärften Regeln für den Neuen Markt nicht weit genug, um das angeschlagene Vertrauen der Anleger wieder herzustellen.

dpa/afx FRANKFURT. "Wenn, dann sollten die Investoren im Vorfeld über Aktienverkäufe von Firmengründern, Aufsichtsräten und dem Vorstand bescheid wissen", forderte SdK-Sprecherin Reinhild Keitel.

Nur dann könne das Ziel der Regelverschärfung, nämlich die Transparenz für den Anleger zu erhöhen, erreicht werden, sagte Keitel. Seit Anfang März müssen Unternehmen und deren Vorstand oder Aufsichtsrat Käufe und Verkäufe von Aktien des eigenen Unternehmens unmittelbar nach Abschluß - spätestens jedoch drei Tage später - der Börsenaufsicht melden.

"Verkäufe von Aktien des eigenen Unternehmens durch ein Vorstandsmitglied könnten auf drohende Schwierigkeiten der Gesellschaft hinweisen", sagte Keitel. Mit Hinweis auf bestehende Regularien in den USA bemänglete die Expertin zudem, dass Aktienverkäufe von Fondsgesellschaften, Banken oder Familienmitgliedern weiterhin nicht meldepflichtig seien. In den USA müssten derartige Transaktionen bereits vor Ausübung angemeldet werden.



Längere Haltefrist

In den vergangenen Monaten waren Neue Markt-Unternehmen wiederholt durch Aktienverkäufe von Altaktionären vor Ende der Haltefrist von sechs Monaten in Verruf geraten. "Hier müsste die Lock-Up-Periode für Altaktionäre auf etwa zwei Jahre verlängert werden", forderte Keitel. Sie verwies darauf, dass einige Unternehmen dies bereits freiwillig täten, um den Anlegern ihr Vertrauen in das eigene Unternehmen zu demonstieren.

Weiterhin fehle eine explizite Mitteilungspflicht, wenn bestimmte Beteiligungsgrenzen an anderen Aktiengesellschaften erreicht oder überschritten würden. Dies werde bisher nur im amtlichen Handel verlangt, und stellt nach Meinung Keitels eine gravierende Lücke im Regelwerk für den Neuen Markt dar.

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