Längere Lebensarbeitszeit könnte Deckungslücke schließen
Riesters Rentenreform kein Ruhekissen

Die gerade verabschiedete Rentenreform wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) auf Grund zu optimistischer Annahmen zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung nicht lange halten.

Reuters BERLIN. "Das Ablaufdatum ist absehbar", sagte der wissenschaftliche Berater des DIA, Professor Meinhard Miegel, am Montag in Berlin. Miegel warnte vor der Illusion, mit der Rentenreform und der neuen, staatlich geförderten Altersvorsorge gehe es so sicher weiter wie bisher. Vielmehr müsse die private Vorsorge weitaus stärker ausgebaut werden, um die Renten-Lücke zu schließen.

Alternativmodelle, denen realistischere Annahmen zu Grunde lägen als der Reform von Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD), zeigten, dass bei der Rente eine Deckungslücke von bis zu 20 %punkten entstehen könnte, sagte Miegel weiter. Auch Professor Reinhold Schnabel kritisierte, die Regierung sei von viel zu optimistischen Annahmen zur künftigen Entwicklung ausgegangen. Dies gelte etwa für den Rückgang der Arbeitslosenzahl im Jahr 2025 auf nur noch eine Million und einer Arbeitslosenquote von drei Prozent. Selbst in den USA sei die Quote in den jüngsten Jahren des Wirtschaftsbooms kaum unter vier Prozent gesunken.

Schnabel sagte zu zwei von ihm in einem DIA-Gutachten berechneten Alternativmodellen: "Nach beiden Szenarien ist ein Rentenniveau von 67,8 % für den Eckrentner (mit 45 Jahren Beitragsleistung) im Jahr 2030 illusorisch." Wirklichkeit sei schon heute ein Niveau vom 59 % und im Jahr 2030 dürften es dann in der Realität 50 % sein.

Verringert werden könnte die Deckungslücke durch einen längere Lebensarbeitszeit, sagte Miegel. Im Durchschnitt würden Männer heute mit 59,5 Jahren in Rente gehen. Dies sei langfristig nicht zu halten. Ein zusätzliches Beitragsjahr würde im Ergebnis die Rente um sechs Prozent erhöhen, sagte Miegel. Das Renteneintrittalter anzuheben sei aber sehr schwierig. Letztlich müsse die Bevölkerung aufgeklärt werden, damit sie mehr Eigenverantwortung übernehme. Die Sparquote müsse wieder steigen, sagte Miegel.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge, das finanziell von der Deutsche-Bank-Gruppe getragen wird, hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, Chancen und Risiken der Altersvorsorge bewusst zu machen und die private Initiative zu fördern.

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